Matthias Sammer hatte zuletzt zu einer Grundsatz-Kritik am Spielerberater-Wesen im Profifußball ausgeholt und sogar deren Abschaffung gefordert. Nun bekommt der ehemalige Nationalspieler die volle Breitseite aus der Branche zurück.
Sammer hatte bei "Sky" nicht weniger als das Ende der derzeitigen Spielerberater-Szene gefordert und seine Haltung pointiert begründet: "Erstens verdienen sie zu viel Geld. Zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine Konstellation, die gut ist zwischen Spieler und Verein. Das ist nicht gut."
In der "Sport Bild" meldete sich mit der Spielerberater-Vereinigung in Deutschland (DFVV) nun die Interessenvertretung des betroffenen Berufszweiges zu Wort. Die DFVV-Geschäftsführer Dominik Kaesberg und Philip Wehler wählten in einem Schreiben an das Fachmagazin deutliche Worte und sparten ihrerseits nicht mit Kritik an den Äußerungen Matthias Sammers.
"Die Aussagen von Matthias Sammer greifen aus unserer Sicht zu kurz und sind stark pauschalisierend. Sie zeichnen ein Bild von Spielerberatern, das der Realität des modernen Profifußballs nicht gerecht wird", zitierte die "Sport Bild" aus dem Schreiben der Spielerberater-Vereinigung.
Kritik an einzelnen Fehlentwicklungen sei laut ihrer Ausführung zwar "legitim". Die DFVV stört sich aber betont deutlich an der Pauschalisierung und der kollektiven Infragestellung eines gesamten Berufsstandes, die Matthias Sammer vorgenommen hätte.
Es werde bei der Forderung nach der Abschaffung von Spielerberatern nicht "zwischen seriöser Beratung und Einzelfällen" unterschieden, was Kaesberg und Wehler ebenfalls kritisch betrachteten.
Sammer-Aussagen "rufschädigend" für Spielerberater-Szene
Aus ihrer Sicht hätte der Berufsstand der Spielerberater sehr wohl seine Daseinsberechtigung in der komplexen Welt des Profifußballs. "Die Vorstellung, dass Spieler Vertragsverhandlungen, Haftungsfragen, internationale Transfers oder langfristige Karriereplanung ohne spezialisierte Beratung bewältigen können, ist realitätsfern. Spielerberater übernehmen hier eine zentrale Rolle als Interessenvertreter", hieß es in dem Schreiben weiter.
Der Frontalangriff von Matthias Sammer, der selbst als externer Berater für Borussia Dortmund tätig ist, sei nach Ansicht der DFVV-Geschäftsführung "rufschädigend". Sie würden "aus einer exponierten Position heraus erfolgen" und seien damit meinungsprägend.
Eine sachliche Debatte über "sinnvolle Regulierung und Qualitätsstandards" sei dabei durchaus sinnvoll und werde auch von der Spielerberater-Vereinigung selbst begrüßt.





























