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Mi, 04.02. - So, 22.02.

Geiger bricht in der Schlussrunde ein

Deutsche Kombinierer legen Olympia-Fehlstart hin

Vinzenz Geiger (m.) wurde Zehnter
Vinzenz Geiger (m.) wurde Zehnter
Foto: © IMAGO/Revierfoto
11. Februar 2026, 14:29

Vinzenz Geiger bricht ein, Jens Luraas Oftebro holt Gold: Beim Auftakt der Kombinierer erleben die Deutschen ein Debakel.

Mit gequältem Lächeln und hängenden Schultern kämpfte sich Vinzenz Geiger völlig entkräftet über die Ziellinie, während die sichtlich beeindruckte IOC-Chefin Kirsty Coventry längst dem strahlenden Olympiasieger Jens Luraas Oftebro applaudierte. Die um ihre Existenz kämpfende Nordische Kombination hat in Val di Fiemme das erhofft spektakuläre Rennen erlebt - für die deutschen Asse aber endete es in einem Debakel.

"Ich habe mich einfach nicht gut gefühlt heute, die ganze Zeit schon. Um zu gewinnen, hätte ich in Topform sein müssen, das war ich definitiv nicht", sagte Geiger, der in der letzten Runde des brutal schweren Skilanglaufs einging und letztlich mit fast zwei Minuten Rückstand Zehnter wurde. Genau vier Jahre und zwei Tage zuvor war Geiger im Eisschrank von Zhangjiakou von Platz elf zu Gold gestürmt - diesmal war ein Wunder weit entfernt.

Olympia-Fehlstart für deutsche Kombinierer

Bester Deutscher beim Triumph des Norwegers Oftebro war Altmeister Johannes Rydzek mit 1:09 Minuten Rückstand auf Rang acht. Geiger lag 1:52 Minuten zurück, Julian Schmid als 14. 2:52 Minuten - schlimmer kann ein Fehlstart kaum aussehen. "Ich habe aber noch zwei Chancen, jetzt muss ich mich gut erholen", sagte Geiger

Nach einem packenden Rennen im tiefen Schnee von Tesero sicherte sich der 25 Jahre alte Oftebro mit einer Sekunde Vorsprung auf Österreichs Weltcup-Primus Johannes Lamparter sein zweites Olympia-Gold nach dem Team-Triumph 2022. Bronze holte überraschend der Finne Eero Hirvonen.

In einem lange Zeit von taktischer Zurückhaltung geprägtem Langlauf im Tiefschnee schloss die Favoritengruppe mit Geiger als einzigem Deutschen zur Halbzeit zu Sprungsieger Kristjan Ilves aus Estland auf. Coventry, die leicht verspätet per Hubschrauber eingeschwebt war, hatte mittlerweile auch ihren Platz auf der doch gut gefüllten Tribüne eingenommen. Geiger hatte dann immer mehr Probleme, dem Tempo zu folgen - zwei Kilometer vor dem Ziel ging dann gar nichts mehr.

Geiger mit guter Ausgangsposition

Geigers Ausgangsposition nach dem Springen war gut gewesen: 29 Sekunden lag er als Siebter hinter Ilves zurück, mit seinem größten Lauf-Rivalen Ofterbro allerdings nahezu gleichauf: Geiger hatte auf Vorsprung gehofft. Die Knieprobleme allerdings, die ihn am Vortag zu einer Auszeit gezwungen hatten, waren kein Thema mehr: "Alles gut", sagte er nach dem Springen - das war es dann nach dem Laufen nicht mehr.

Die in ihrer Zukunft bedrohte Traditionssportart, die seit der Winterspiel-Premiere 1924 im Kanon enthalten ist, muss in Val di Fiemme für sich werben. Diesmal schon sind die Kombinierer mit reduzierten Starterfeld und die Kombiniererinnen weiterhin gar nicht dabei. Für Olympia 2030 gilt: "Entweder mit Frauen oder gar nicht", sagte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel.

IOC-Präsidentin Coventry machte sich bei der Entscheidung am Nachmittag selbst ein Bild, sah an der Seite von Ski-Weltverbandschef Johan Eliasch volle Ränge und spannenden Sport. Schon am Morgen war das Springen in Predazzo erstaunlich gut besucht gewesen. "Schön, dass sie unsere Sportart feiern", sagte Rydzek. Zu feiern hatte aber auch er letztlich nichts.

Normalschanze 2026

1NorwegenJens Lurås Oftebro29:59.40m
2ÖsterreichJohannes Lamparter+1.00s
3FinnlandEero Hirvonen+2.50s
4ÖsterreichStefan Rettenegger+17.60s
5FinnlandIlkka Herola+22.10s

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