Plötzlich fliegen im Skispringen-Zirkus nicht nur die Athleten, sondern auch die Fetzen! Zwischen Marius Lindvik und Philipp Raimund ist eine lange und enge Freundschaft jäh zerbrochen. Der Auslöser war der Anzugskandal um den norwegischen Skisprung-Star Lindvik im letzten Jahr und dessen Folgen. Nun hat sich der Norweger erstmals öffentlich zu der zerbrochenen Freundschaft mit Olympiasieger Raimund geäußert.
Nach seiner Silbermedaille mit dem Mixed-Team bei den Winterspielen brach auch Marius Lindvik sein Schweigen. Die Schuld für die zerbrochene Freundschaft zum deutschen Skispringer Philipp Raimund sieht der Norweger bei seinem einstigen Vertrauten: "Nach letzter Saison hat er seinen Mund in den Medien ein bisschen zu weit aufgemacht", sagte Lindvik.
Deshalb habe er nicht mehr mit Raimund befreundet sein wollen. "Es ist auf jeden Fall traurig", fügte der 27-Jährige hinzu.
Was war passiert? Bei der nordischen Ski-WM in Trondheim im vergangenen Jahr wurden Lindvik und sein Teamkollege Johann André Forfang wegen manipulierter Sprunganzüge disqualifiziert. Ein Skandal, der die gesamte Skisprung-Welt erschütterte. Zuvor hatte Lindvik auf der Normalschanze noch Gold geholt - vor dem deutschen Teamkollegen Andreas Wellinger. Der Triumph bekam im Nachhinein einen sehr bitteren Beigeschmack.
Raimund zeigte sich damals sehr getroffen, verband ihn doch noch kurz zuvor ein freundschaftliches Verhältnis zu Lindvik: "Ich habe Videospiele mit ihm gemacht, ich habe Livestreams mit ihm gemacht. Ich hätte ihn damals als Freund bezeichnet."
Raimund verärgert über Lindviks Schweigen
Doch nach dem Anzug-Eklat war nichts mehr wie zuvor. "Nach der Situation in Trondheim hat es sich ein bisschen wie ein Betrug angefühlt, wie ins Gesicht gespuckt", meinte Raimund nach seinem Gold-Coup bei den Olympischen Spielen.
Vor allem eines schmerzt den 25-Jährigen bis heute: das Schweigen. "Es war ein Fehler, was sie gemacht haben", sagte Raimund. "Für mich persönlich kann ich nur sagen: Wenn einer von ihnen zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: 'Hey, mir tut es sehr leid, was passiert ist', dann hätte ich ihnen wahrscheinlich vergeben. Dann hätte ich gesagt, Ihr seid Menschen, lasst uns zusammen auf die Zukunft konzentrieren."
Doch diese Worte blieben aus. "Aber ich bin ein bisschen traurig, dass es nie passiert ist. Besonders, weil ich mit ihm befreundet war, und es gab nie eine Entschuldigung oder etwas Ähnliches."




