Wieder einmal war er nah dran, wieder einmal ging er leer aus: Deutschlands Tennis-Star Alexander Zverev muss auch nach den Australian Open 2026 auf den ersten Grand-Slam-Triumph seiner Karriere warten. Dass der Hamburger einfach nicht das Zeug dazu hat, glaubt Star-Coach Patrick Mouratoglou nicht.
Das Halbfinale der Australian Open zwischen Alexander Zverev und Carlos Alcaraz wurde zu einem echten Thriller. Am Ende setzte sich der Spanier trotz zwischenzeitlicher Krämpfe in fünf Sätzen durch, Zverev blieb wieder mal nur das Lob für ein hervorragendes Match und der tröstende Applaus der Zuschauer.
Dazu bekam der Hamburger aber auch erneut ordentlich Kritik zu hören, weil er es bei einem Grand Slam zum wiederholten Mal nicht über die Ziellinie schaffte. Star-Coach Patrick Mouratoglou sagt aber: Alle die, die Zverev nach diesem Halbfinale kritisieren, haben den Sport nicht verstanden.
"Tennis-Sport ist immer noch missverstanden"
"Carlos Alcaraz bekommt Krämpfe, gewinnt aber trotzdem. Und plötzlich sagen einige Leute, Zverev ist nicht gut genug", schrieb der Trainer in einem Beitrag auf seinem LinkedIn-Profi. Mouratoglou weiter: "Das ist exakt diese Art von Schlussfolgerung, die zeigt, wie missverstanden der Tennis-Sport immer noch ist."
Gegen einen angeschlagenen Spieler zu spielen, sei "eine der härtesten Situationen", die es in dem Sport gibt.
"Man liegt zwei Sätze vorne. Man will nicht ins Aus schlagen, weil man erwartet, dass der Gegner ins Aus schlägt. Aber wenn man zu sehr vom Gas geht, verliert man die Kontrolle über den Ballwechsel. Auf der anderen Seite ist der Spieler, der nicht mehr kann, entspannt. Er hat nichts mehr zu verlieren. Er geht auf die Winner und schlägt Winner und setzt dich so nur noch weiter unter Druck. Das ist genau das, was in dem Australian-Open-Halbfinale passiert ist", fasste Mouratoglou zusammen.
"Nein, Zverev ist nicht 'schlecht'"
Die Tennis-Geschichte sei voll von Matches, die genau nach diesem Schema abliefen, schrieb Mouratoglou mit dem Verweis auf das French-Open-Finale 1989, in dem der körperlich angeschlagene Michael Chang den Weltranglistenersten Ivan Lendl schlug. "Damals hat niemand gesagt, Lendl ist nicht gut genug. Sie haben verstanden, wie komplex Tennis wirklich ist."
In Melbourne sei es einfach so gewesen, dass Zverev im fünften Satz nicht locker genug war. "Wie so viele Champions vor ihm, und Carlos hat das genutzt. Bei den Big Points war er [Alcaraz] besser. Also: Nein, Zverev ist nicht 'schlecht'. Er ist ein sehr guter Wettkämpfer. Aber Carlos Alcaraz ist einfach ein außergewöhnlicher", so Mouratoglou.













