Die Fan-Kritik an Ex-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden (2:2) sorgt beim FC Schalke 04 für immer größeren Wirbel.
Eine mächtige Gruppe bestehend aus ehemaligen Funktionären, den früheren Cheftrainern Huub Stevens und Peter Neururer sowie einigen Top-Sponsoren des Revierklubs fordert in einem Schreiben an die Vereinsführung drastische Konsequenzen für die Ultras der Königsblauen, die mit den Schmähplakaten gegen Tönnies für Aufsehen gesorgt hatten.
"Wir sind der Überzeugung, dass es eigentlich jedem echten Schalker peinlich sein muss, wie das Bild und Image unseres Vereins dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden ist", zitiert die "WAZ" aus dem Brief der Pro-Tönnies-Fraktion. "Wir sind sicher, dass die Bilder auch die Sponsoren unseres Vereins nicht unbeeindruckt lassen."
Mit Blick auf Worte wie "Schweinepriester", "Rassist" oder "Ekelschwein", die auf den Fan-Plakaten zu finden waren, heißt es: "Durch die ekelhaften Beleidigungen, die Gossensprache, ist jedes noch soeben erträgliche Niveau unterschritten worden, die Beleidigungen erfüllen sicher die Voraussetzungen der Strafbarkeit."
Die Gruppe forderte die S04-Führung auf, "diese Taten nicht achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen und als Teil einer vielfältigen und lebendigen Fankultur abzutun oder gar zu verteidigen". Die Aktion müsse stattdessen "glaubhaft verurteilt" werden, heißt es in dem Schreiben, Schalke müsse nun "Strafanzeige wegen Beleidigung stellen".
FC Schalke 04 reagiert, auch Tönnies äußert sich
Die Königsblauen reagierte bereits in Form einer Stellungnahme. Schalke stehe "als eingetragener Verein für Meinungsfreiheit und gelebte Diskussionskultur", heißt es darin.
Und: "Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die innerhalb kürzester Zeit bewusst an Medien gegeben werden, helfen Schalke dabei, seine Ziele zu erreichen." Vorstand und Aufsichtsrat der Knappen rufen zu Geschlossenheit und einem respektvollen Umgang auf.
Tönnies selbst äußerte sich ebenfalls zu den Diffamierungen. "Wer sind die Ultras? Eine kleine und laute Gruppe in diesem großartigen Verein. Ehrlich gesagt habe ich mich in meiner aktiven Zeit kein einziges Mal über die vielen Anwürfe und Beleidigungen der Ultras gegen mich geärgert. Das Schalker Leitbild scheint ja nicht für sie zu gelten", sagte der Fleisch-Fabrikant, der als Kandidat für das S04-Ehrenpräsidium gehandelt wird.



























