Lindsey Vonn ist infolge ihres schweren Sturzes beim Olympischen Abfahrtsrennen in Cortina d'Ampezzo ein zweites Mal operiert worden. Das bestätigte die Klinik am Montag der italienischen Nachrichtenagentur "Ansa".
Zuvor hatte "Reuters" über den erneuten Eingriff berichtet. Die Chirurgen im Krankenhaus Ca' Foncello in Treviso hätten den Eingriff durchgeführt, um Vonns linkes Bein zu stabilisieren und Komplikationen zu verhindern, die durch Schwellungen oder die Durchblutung entstehen können.
Laut "Reuters" war Vonns persönlicher Arzt bei der OP anwesend, assistierte den italienischen Ärzten aber nur.
Das Krankenhaus teilte mit, Vonn werde "möglicherweise noch einige Tage bleiben" und zurzeit vom US-Team "abgeschirmt". Man dürfe sich nicht näher zum Gesundheitsstatus der Ski-Legende äußern, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur "Ansa". "Der Wille der Patientin hat oberste Priorität, daher müssen wir uns an die festgelegte Linie halten."
Die amerikanische Ski-Legende war bei ihrer Jagd nach einem zweiten Karriere-Gold bei Olympia auf ihrer Lieblingspiste nach 13 Sekunden an einem Tor hängen geblieben und heftig auf den Hang geknallt. Vonn schrie vor Schmerzen, ehe ein Hubschrauber sie ins Krankenhaus transportierte.
Am Sonntagabend hatte das Krankenhaus in Treviso bestätigt, dass Vonn wegen eines gebrochenen linken Beins operiert wurde.
FIS-Boss: Jeder Athlet muss selbst entscheiden
Die 41-Jährige ging in Cortina d'Ampezzo ohnehin mit einem lädierten Körper an den Start. Rund eine Woche zuvor hatte sie sich in Crans Montana das linke Kreuzband gerissen sowie am Meniskus verletzt. Vonn entschied aber, einen Start in Cortina mit einer Spezialschiene zu wagen.
Nach dem Sturz in der Olympia-Abfahrt kam vereinzelt Kritik an den Organisatoren auf, dass diese Vonn trotz Verletzung starten ließen. "Ich glaube fest daran, dass so etwas von jedem einzelnen Athleten selbst entschieden werden muss", entgegnete FIS-Chef Johan Eliasch.
Vonn kenne ihren Körper "besser als jeder andere", so Eliasch, der auch dem IOC angehört. "Wenn man sich umschaut, dann hat jeder einzelne Athlet irgendeine Art von Verletzung."
Der Unfall in der olympischen Abfahrt habe auch nichts mit dem verletzten Knie zu tun. "Unglaublich unglücklich" sei der Sturz gewesen, unterstrich Funktionär Eliasch am Rande der Team-Kombination der Männer in Bormio.
Vonn hatte in der vorigen Saison ihr Weltcup-Comeback gegeben mit einer Teilprothese im rechten Knie. In dieser Saison glänzte sie wieder als beste Abfahrerin.




