Während die internationale Konkurrenz um Weltcup-Dominator Domen Prevc, das starke Japan-Duo Ryoyu Kobayashi und Ren Nikaido oder die Top-Mannschaft aus Österreich die Medaillenränge bei den olympischen Skispringen-Events anvisiert, gehen Deutschlands Skispringer vergleichsweise leise ins Rennen. Für Jens Weißflog ist genau das ein möglicher Vorteil.
Die deutsche Skisprung-Ikone sieht das Team ohne den ganz großen Erfolgsdruck in einer Rolle, die sowohl mental als auch sportlich befreien kann.
"Wenn die Erwartungshaltung und der Gedanke, dass ich jetzt was Großes abliefern muss, plötzlich nicht mehr da sind, bist du befreiter", sagte der viermalige Vierschanzentournee-Sieger der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Eine Erfahrung, die Weißflog aus seiner eigenen Karriere kennt und die gerade bei Großereignissen Gold wert sein kann. Denn im Skispringen entscheidet eben vor allem auch eine gute Tagesform über Sieg und Niederlage: "Klar sind die Technik und das Material wichtig, aber die Psyche spielt eben auch mit."
Nach durchwachsenen Wochen seit dem Jahreswechsel reisen die DSV-Adler nur als Außenseiter zur ersten Entscheidung nach Predazzo.
Am Montagabend (ab 19:00 Uhr/ARD und Eurosport) steht dort das Springen von der Normalschanze auf dem Programm. Während andere Nationen und Athleten im Rampenlicht stehen, kann das deutsche Team vergleichsweise unbekümmert agieren. Voraussetzungen, die laut Weißflog Kräfte freisetzen können.
Domen Prevc als klarer Goldfavorit
"Manchmal legt das einen Schalter um. Ein Psychologe kann das besser erklären, wie das funktioniert, man selbst kann es eher nur erahnen", erklärte der Sachse weiter.
Innerhalb der Mannschaft sind die Zielstellungen dennoch klar verteilt: "Natürlich hat jeder seine Zielstellung im DSV-Team. Philipp Raimund und Felix Hoffmann können, wenn es gut läuft, sicher eine Medaille im Blick haben."
Ganz anders sei die Lage hingegen bei einem der Topstars des Skispringens: "Von Domen Prevc verlangt dagegen jeder zweimal Gold. Alles drunter wäre für viele schon eine Enttäuschung."
Genau hier liegt der mögliche Trumpf der Deutschen. Während andere mit Medaillenlast und Erwartungsdruck kämpfen, könnten Raimund, Hoffmann und die übrigen deutschen Springer ihre Außenseiterchancen nutzen.
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