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Nathalie Armbruster zum Zuschauen verdammt

DSV-Star klagt IOC an: "Das Schlimme ist"

Enttäuscht: Nathalie Armbruster
Enttäuscht: Nathalie Armbruster
Foto: © IMAGO/Ulrich Wagner
10. Februar 2026, 07:18
sport.de
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Mit gerade einmal 20 Jahren ist Nathalie Armbruster bereits dreifache Vizeweltmeisterin in der Nordischen Kombination sowie Gesamtweltcupsiegerin des Winters 2024/25. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo ist der DSV-Star allerdings zum Zuschauen gezwungen. Ein Umstand, der nicht spurlos an Armbruster vorbeigeht.

Die Nordische Kombination ist die einzige Sportart im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2026, bei der nicht beide Geschlechter an den Start gehen dürfen. Die Frauen, die erst seit 2020/21 einen Weltcup austragen, haben die Aufnahme ins Programm nicht geschafft. Bleibt es dabei, müssen wohl auch die Männer 2030 mächtig zittern. 

Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, zurzeit sitzt der Frust bei den Frauen verständlicherweise allerdings tief. 

"Ich habe mir die Eröffnungsfeier angetan, aber es hat sehr wehgetan, da zuzuschauen und zu wissen: Ich wäre da vor Ort und könnte meinen Kindheitstraum leben - aber ich darf es nicht. Und alles nur, weil ich eine Frau bin", klagte Deutschlands beste Nordische Kombiniererin Nathalie Armbruster am Sonntag im "ZDF".

Das DSV-Talent moniert vor allem auch die Rolle des IOC, das die Sportlerinnen angeblich ziemlich im Dunkeln tappen lässt. "Das Schlimme ist, dass wir sehr wenig vom IOC mitbekommen. Über die ganzen Hintergründe wissen wir sehr wenig Bescheid", so Armbruster.

IOC macht Nordischer Kombination leichte Hoffnung

Das Internationale Olympische Komitee hat derweil allgemein betont, welche Kriterien zugrunde liegen.

"Wir achten auf Universalität. Wir achten auf eine breite Streuung der Spitzenleistungen. Wir achten darauf, ob diese Sportart während und außerhalb der Spiele Beachtung findet", sagte der neue IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey.

Konkret auf die Nordische Kombination bezogen, machte Ducrey durchaus zurückhaltend Mut: Die Sportart habe "in der Vergangenheit vor Herausforderungen" gestanden, sich aber "weiterentwickelt". Ob das schon genügt, um die Olympia-Kehrtwende zu meistern, lässt Ducrey offen.

Eine Entscheidung darüber wird frühestens im Mai gefällt. Dann steht wohl nicht nur die olympische Zukunft der Frauen auf dem Programm, möglich ist auch, dass die Kombination ganz aus dem Programm gestrichen wird.

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