Bei der TSG Hoffenheim läuft es in der Bundesliga so gut wie seit Jahren nicht - trotz der 1:5-Klatsche beim FC Bayern. Ein Machtkampf könnte den Klub aber erschüttern. Sogar Trainer Christian Ilzer schließt einen Rückzug nicht aus.
Bei der TSG 1899 Hoffenheim tobt sei Monaten ein Machtkampf, der die sportlich bisher herausragende Saison der Kraichgauer (zurzeit Rang drei in der Bundesliga) gefährden könnte.
Jüngste Episode: Der Interims-Boss des Hoffenheimer Vorstands, Christoph Henssler, will Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker laut übereinstimmenden Medienberichten entlassen und zum Sportdirektor degradieren. Dem 39-Jährigen wird ein Datenschutzverstoß bei der Vergabe einer Hinweisgeberstelle vorgeworfen.
Am Montag treffen sich die Gesellschafter des Klubs, um über die Personalie Schicker zu entscheiden. Der bezeichnete die Planspiele als "Kasperle-Theater" und betonte: "Ich kann von meiner Seite aus nur sagen, dass ich gerne bleiben möchte."
Trainer Christian Ilzer stellt sich indes eindeutig hinter Schicker und schließt sogar seinen Rücktritt nicht aus, sollte sein österreichischer Landsmann als TSG-Sportboss abgesetzt werden.
"Das weiß man nie im Fußball, das geht immer schnell", antwortete Ilzer nach dem 1:5 in München bei "DAZN" auf die Frage, ob er am Dienstag noch Hoffenheim-Trainer sein werde. "Wir sind beide nicht abhängig voneinander. Ich schätze seine Arbeit enorm. Er stellt die Rahmenbedingungen für Erfolg her, das hat er in Graz gemacht, das macht er hier", sagte der Trainer über sein Verhältnis zum Geschäftsführer.
Hoffenheim-Trainer Ilzer deutet möglichen Rücktritt an
Man könne "nie etwas ausschließen, wenn so richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden", führte Ilzer mit Blick auf die Gesellschafter-Versammlung aus: "Ich bin ein Optimist. Wenn Dinge verändert werden, wenn Schlüsselpositionen verändert werden, muss jedem bewusst sein: Immer wenn man flapsig mit verdienten Mitarbeitern umgeht, kann das einen Domino-Effekt auslösen."
Auch Klub-Mäzen Dietmar Hopp stellte sich in einem Interview klar hinter Schicker. "Durch seine herausragende Arbeit wurde eine Spitzenmannschaft geformt, die mich Woche für Woche begeistert und in ganz Fußball-Deutschland positiv wahrgenommen wird", lobte Hopp in der "Rhein-Neckar-Zeitung" und fragte: "Wie können wir den Erfolg unseres Clubs riskieren?"
Der Einfluss Hopps, der 49 Prozent der Klub-Anteile hält, ist einer der Kernpunkte in dem Hoffenheimer Machtkampf.
Womöglich hat sich im Kraichgau der Wind schon gedreht. Die "Bild" berichtet, Interims-Boss Henssler könnte aufgrund des Hopp- und Ilzer-Drucks sowie Fan-Protesten in den Sozialen Medien "kalte Füße" bekommen. Demnach denke er darüber nach, die Absetzung Schickers von der Tagesordnung der am Montag stattfindenden Gesellschafterversammlung zu streichen.






























