Rodel-Weltmeister Max Langenhan hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo die erste Goldmedaille für Deutschland gewonnen. Nach einer fulminanten Fahrt im dritten Durchgang ließ der 26-Jährige im finalen Lauf nichts mehr anbrennen und raste mit Bahnrekord zum größten Triumph seiner Karriere. Der Österreicher Jonas Müller gewann Silber, Dominik Fischnaller aus Südtirol holte für Gastgeber Italien Bronze.
Den Grundstein für Gold hatte Langenhan schon am Samstag mit zwei starken Läufen und einer beruhigenden Halbzeit-Führung gelegt. Der als Mitfavorit gestartete Felix Loch hatte als Sechster mit den Medaillen nichts zu tun.
Rodel-Legende Loch weinte in den Armen seines Vaters und Trainers Norbert erst bittere Tränen - dann stürmte er in den Eiskanal, um Langenhan zu gratulieren. "Was der Max hier die zwei Tage runtergerissen hat, war einfach sensationell."
Langenhan rodelte in einer eigenen Liga: Nach Bestzeit in allen vier Durchgängen lag er mehr als eine halbe Sekunde vor Müller. Für den erfolgsverwöhnten Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) der erwartete erste Gold-Moment.
"Das ist ein absoluter Traum", sagte der Cortina-Dominator mit feuchten Augen. "Am Ende darf ich mir die Medaille umhängen, aber eigentlich müssten sich 300 Leute eine Medaille umhängen, denn ich bin nur ein Teil eines großen Ganzen", fügte er im "ZDF" hinzu.
Langenhan folgt auf Johannes Ludwig, der 2022 in Peking triumphiert und damals ebenfalls die erste Goldmedaille der deutschen Mannschaft eingefahren hatte.
Am zweiten Wettkampftag kann sich Team D nach Silber für Emma Aicher in der Abfahrt und Bronze für die Biathlon-Mixed-Staffel über einen kompletten Medaillensatz freuen. "Was für ein grandioser Tag für das Team Deutschland", sagte Olaf Tabor, Chef de Mission der deutschen Mannschaft: "Das war wirklich beeindruckend und macht Lust auf mehr!"
Rodeln: Langenhan trotzt Nackenschmerzen - nächstes Gold am Donnerstag?
Nach einer durchwachsenen Saison war der zweimalige Gesamtweltcupsieger Langenhan nicht als Topfavorit nach Cortina gereist, trotz starker Nackenschmerzen hatte er aber schon am Samstag mit zwei fehlerfreien Läufen und Bahnrekorden überzeugt.
Für Langenhan ist es nach sechs WM-Titeln (Einsitzer, Mixed-Einsitzer und Teamstaffel) der größte Erfolg seiner Karriere.
Olympia-Gold widmete der Rodler seinem einstigen Trainer: "Uwe, der freut sich einfach an einer anderen Stelle. Uwe Lehmann, das war mein erster Sportgymnasium-Trainer. Er ist leider beim Klettern viel zu früh verstorben", sagte der Olympiasieger mit Tränen erstickter Stimme.
Am Donnerstag bekommt Langenhan, sollte er körperlich fit sein, in der Teamstaffel eine weitere Chance auf Edelmetall. In Cortina hat der Rodler vom BRC Friedrichroda einen großen Thüringer Fanclub um Vater Uwe dabei, der ihn an der Bahn lautstark unterstützte.
*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.




