Kurz nachdem sich Claudia Riegler den Rekord als älteste Athletin, die je bei einer Medaillenentscheidung bei Olympischen Winterspielen teilgenommen hat, geschnappt hatte, blickte die Österreicherin schon auf das nächste sportliche Ziel.
Die Weltmeisterschaft 2027 im Montafon "reizt mich sehr", sagte die Snowboarderin im Zielraum in Livigno lachend, "das wäre aus jetziger Sicht ein sehr schöner Abschluss."
Zuvor hatte sich Riegler, am Wettkampftag 52 Jahre, 30 Wochen und sechs Tage alt, im Parallel-Riesenslalom bei den Olympischen Spielen in Norditalien bis ins Achtelfinale vorgekämpft und war erst dort an der tschechischen Olympiasiegerin von 2018 und 2022, Ester Ledecka, gescheitert.
"Ich bin stolz, dass ich mich qualifiziert habe", freute sich Riegler. Dabei war sie mit 30 einst aus dem österreichischen Kader geflogen: weil sie als zu alt befunden wurde.
Das Guinness-Buch der Rekorde führt zwar Anne Abernathy von den Amerikanischen Jungferninseln als bislang älteste Winter-Olympionikin, die ehemalige Rennrodlerin hatte sich bei den Spielen 2006 in Turin wegen eines Sturzes im Training jedoch nicht für den Wettkampf qualifizieren können - Abernathy war damals 52 Jahre und zehn Monate alt.
Die bislang älteste Olympionikin bei Winterspielen, die an einem Wettkampf teilnahm, war die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag bei den Spielen in Peking 2022 antrat.
Dass auf ihre fünften Olympischen Spiele noch eine weitere Teilnahme folgen wird, glaubt Riegler, die 1994 ihr Weltcup-Debüt feierte und 2015 Weltmeisterin im Parallel-Riesenslalom wurde, allerdings nicht. Und doch sei ihr Alter eine große Motivation: "Ich möchte gerne als Beispiel vorangehen und zeigen, dass wir uns selbst unsere Grenzen setzen", sagte sie.



