Der erste Medaillen-Showdown im Olympia-Skispringen hielt eine große Überraschung parat. Top-Favoritin Nika Prevc musste sich im Kampf um Gold geschlagen geben und weinte bitterlich. Ex-Weltmeister Markus Eisenbichler erklärt, wie es zu dieser kleinen Sensation kam.
Die erste Schanzen-Entscheidung bei den Olympischen Winterspielen in Italien bot Drama und Spektakel. Nika Prevc verpasste ihre erste Goldmedaille. Stattdessen triumphierte die Norwegerin Anna Idone Stroem.
"Nika Prevc war zweimal zu früh am Schanzentisch", erklärte "Eurosport"-Experte Markus Eisenbichler das Problem der Slowenin.
"Sie muss dann auf den Ski warten und es dauert, bis man ein tragendes Gefühl hat. Erst spät kann sie dann ihre Stärken in der Luft ausspielen und hat somit einfach zu viele Meter verschenkt. Kleinigkeiten machen auf dieser kleinen Schanze einfach den Unterschied, speziell am Tisch. Da hat sie die Goldmedaille liegen lassen."
Ihre Konkurrentin Stroem habe es hingegen "auf den Punkt gebracht", so Eisenbichler. "Ein verdienter, wenn auch knapper Olympiasieg. Sie trifft den Schanzentisch sehr gut, ist sehr symmetrisch in der Luft und sie zeigt eine wirklich schöne Telemark-Landung – so rettet sie einen Punkt Vorsprung zur Goldmedaille."
Deutsche Skispringerinnen gehen leer aus
Viele Fans waren aus Slowenien vor allem für Prevc gekommen. Sie durften sich zwar über die erste Medaille beim ersten Olympia-Wettkampf der Karriere für die 20-Jährige freuen. Mit dem erhofften Gold wurde es aber nichts. Die Schwester von Vierschanzentourneesieger Domen Prevc dominiert diesen Winter eigentlich, wie ihr Bruder bei den Männern. Sie gewann in dieser Saison schon 13 Weltcupspringen und liegt im Gesamtweltcup souverän vorne.
"Es zählt am Tag X - nicht vorher, nicht hinterher. Es muss genau zur richtigen Minute passen, du musst bereit sein und da war Ström heute einen Tick mehr bereit als Nika Prevc", sagte "Eurosport"-Kollege Martin Schmitt. Prevc hat in den kommenden Tage noch weitere Chancen auf Gold. "Man muss erstmal eine Medaille bei Olympia gewinnen - und die große Schanze kommt ja noch", sagte Eisenbichler.
Für Stroem war es ebenfalls die erste Olympia-Medaille und dann gleich Gold. Es ist der mit Abstand größte Karriereerfolg der 27-Jährigen.
Den deutschen Skispringerinnen blieb zum Auftakt nur die Zuschauerrolle. Selina Freitag belegte als Beste aus dem Team von Bundestrainer Heinz Kuttin in Predazzo den siebten Platz.





