Suche Heute Live
NFL
Artikel teilen

NFL
American Football
(M)

Zweiter Titel für Seattle

Seahawks dominieren hilflose Patriots im Super Bowl

Video: NFL Highlights: Seahawks zerlegen Patriots im Super Bowl
09. Februar 2026, 04:23

Die Seattle Seahawks haben Super Bowl LX 29:13 gegen die New England Patriots gewonnen, dabei über weite Strecken eine dominante Defensivleistung gezeigt und sich damit ihren zweiten Titel in der NFL gesichert.

Super Bowl LX auf einen Blick

  • Die Seahawks haben vor allem dank einer überragenden Defensivleistung Super Bowl LX gewonnen und damit ihren zweiten Titel gesichert.
  • Die Patriots bekamen offensiv lange keinen Fuß auf die Erde und wurden gerade an der Line of Scrimmage offensiv komplett demontiert. Gerade Rookie-Tackle Will Campbell wurde regelrecht vorgeführt.
  • Drake Maye machte das wohl schlechteste Spiel seiner Karriere, verpasste selbst leichteste Würfe und ging mit den Kollegen unter. Er leistete sich unterm Strich drei Turnovers und kassierte sechs Sacks.

Super Bowl LX: Die Analyse

Die Geschichte der ersten Hälfte dieses 60. Super Bowls ist schnell erzählt: Im Grunde war es nur zwei außerordentlich guten Pass Breakups von Patriots-Cornerback Christian Gonzalez – einmal bei einem Deep Shot auf Rashid Shaheed und einmal kurz vor der Pause bei einem Pass in Richtung Endzone zu JSN – zu verdanken, dass die Seahawks nicht schon zur Halbzeit einen haushohen Vorsprung hatten. Nur diese zwei Plays verhinderten wohl zwei sichere Touchdowns der Seahawks, die sich dadurch mit drei Field Goals von Jason Myers begnügten.

Und die Patriots? Die hatten alle Arten von Problemen. Die linke Seite der Offensive Line war komplett überfordert, Maye bekam kaum Luft zum Atmen und kassierte stattdessen drei Sacks, von denen zwei auf die Kappe der Rookies Left Tackle Will Campbell und Left Guard Jared Wilson gingen. Einen davon besorgte indes Cornerback Devon Witherspoon mit einem Blitz. Und so bewegten die Patriots den Ball kaum, punteten in allen fünf Possessions und hatten viele negative Plays nach ihren seltenen 1st Downs. Bemerkenswert war, dass sie keinen Plan B fanden und zu lange am Dropback-Game festhielten, das eindeutig nicht funktionierte – dafür war einfach keine Zeit.

Immerhin taten sich die Seahawks auch häufig schwer, den Ball länger zu bewegen, und hatten eigentlich nur durch Kenneth Walker explosive Plays. Ansonsten stand Sam Darnold meist gegen Zone Coverage und zahlreiche Blitzes unter Dauerbeschuss, wich den Rushern aber immer wieder gekonnt aus.

In der zweiten Hälfte ging es munter so weiter. Die Patriots punteten diverse Male – einmal sogar bei 3rd & 1 im dritten Viertel, was schon fast einer Kapitulation glich. Die Seahawks wiederum erzielten noch ein viertes Field Goal und sorgten schließlich zum Ende des dritten Viertels mit einem Strip-Sack von Derick Hall gegen Maye für die Entscheidung, denn im Anschluss fand Sam Darnold Tight End A.J. Barner für einen 16-Yard-Touchdown-Pass zum 19:0.

Video: "Dark Side Defense" krönt Glanzleistung mit Pick Six

Maye killt eigene Hoffnung schnell

Im Gegenzug erwachte immerhin Maye, der zwei lange Pässe anbrachte – einen zu Stefon Diggs für ein 1st Down und dann eine Bombe auf Mack Hollins über 35 Yards zum Touchdown, der immerhin einen Shutout verhinderte. Doch anstatt danach per Two-Point Conversion auf elf Punkte zu verkürzen, ließ Mike Vrabel den Extrapunkt kicken, sodass der Rückstand bei zwölf Punkten lag.

Den Patriots gelang dann der nächste Stopp, doch im Gegenzug warf Maye noch eine schlimme tiefe Interception über die Mitte zu Julian Love, die das Spiel dann auch wirklich beendete. Myers gelang noch ein Field Goal und das i-Tüpfelchen war ein Pick-Six von Uchenna Nwosu über 45 Yards nach Blitz und Hit von Witherspoon.

Für Seattle ist es der zweite Titel in der NFL und Running Back Kenneth Walker (135 YDS) wurde zum MVP des Spiels gewählt.

Super Bowl LX: Seattle Seahawks (14-3) vs. New England Patriots (14-3)

Ergebnis: 29:13 (3:0, 6:0, 3:0, 17:13) BOXSCORE

Super Bowl LX: Die wichtigsten Statistiken

  • Das Field Goal von Myers im Opening Drive der Seahawks markierte erst das vierte Mal, dass die Patriots Punkte im ersten Drive des Gegners in einem Super Bowl zugelassen haben. Das passierte ihnen zuvor nur in Super Bowl 52 (Eagles), 42 (Giants) und 31 (Packers) - alle diese Spiele gingen verloren.
  • Für die Patriots war der Shutout in der ersten Hälfte der erste, den sie in dieser Saison vor der Pause kassiert haben. Sie sind zudem das 15. Team, dem dies im Super Bowl widerfahren ist. Die ersten 14 haben allesamt verloren.
  • Myers hat jetzt mehr als 200 Punkte in dieser Saison (inklusive Playoffs) erzielt. Damit hat er den Allzeit-Rekord von LaDainian Tomlinson aus der Saison 2006 (198) gebrochen. Zudem sind seine fünf Field Goals ein Super-Bowl-Rekord.
  • Williams hat nun drei Sacks in Super Bowls und zog damit mit Mike Vrabel gleich. Die einzigen Spieler, die mehr haben, sind Von Miller, Charles Haley (je 4,5) und Justin Tuck (4).

Der Star des Spiels: Mike Macdonald (Head Coach, Seahawks)

Seine Defense überragte. Die Coverage ließ gar nichts zu und das Run Game stoppte man meist auch. Die Disguises in der Secondary machten Maye schwer zu schaffen und die wohlgetimten Blitzes zu Beginn fanden auch ihr Ziel. Diese Defense war wahrlich der Unterschied in einem insgesamt schwachen Spiel. Herausragend auf dem Platz: Devon Witherspoon mit einem Sack als Defensive Back, einem Tackle for Loss und dem Hit vor dem Pick-Six am Ende!

Der Flop des Spiels: Drake Maye (Quarterback, Patriots)

Das war Mayes schlechtestes Spiel in der NFL. Er war komplett überfordert, zu zögerlich, setzte nicht mal seine Beine konsequent ein und verpasste viel zu viele einfache Pässe. Er litt natürlich massiv darunter, dass seine Offensive Line, allen voran der komplett überforderte Left Tackle Will Campbell, für den es das letzte Spiel als Tackle sein sollte, ihn zu keiner Zeit beschützte. 

Analyse: Seahawks vs. Patriots - das fiel taktisch auf

  • Die Patriots spielten im ersten Drive überwiegend in Man Coverage, stellten dann aber schnell wieder auf hauptsächlich Zone um und hatten die Seahawks-Receiver damit weitestgehend im Griff. Zudem gelang es ihnen, gerade mit Blitzes Druck auf Darnold zu erzeugen, doch dieser schaffte es immer wieder, sich gut in der Pocket zu bewegen, auszuweichen und mit fortlaufender Spieldauer den Ball schneller loszuwerden. 
  • Die Patriots rushten meist nur durch die Mitte und hatte meist Probleme, die Edges zu etablieren, was zur Folge hatte, dass Walker immer wieder Outside-Runs hinlegte, besonders gut Richtung Weak Side, weil die Linebacker sich eben auch zur Mitte orientierten. 
  • Die Seahawks-Defense spielte wie üblich Match-Zone mit zwei tiefen Safetys, die auch dort blieben, weil die Patriots es zu selten mit dem Run Game versuchten, obwohl sie damit zeitweilig den Ball sogar ganz ordentlich bewegten. Kurzum: New England machte wenig Überraschendes, sodass die Seahawks ihr Standardspiel durchziehen konnten. Sie blitzten nicht oft, hatten damit dann aber durchaus Erfolg. Doch zumeist reichte auch der normale Pass Rush mit den Down Linemen, um Pressure vor allem über die links Seite der O-Line zu erzeugen.
New England Patriots
New England Patriots
Patriots
13
0
0
0
13
Seattle Seahawks
Seattle Seahawks
Seahawks
29
3
6
3
17
00:30
Mo, 09.02.
Beendet
vollständiger Spielplan

Newsticker

Alle News anzeigen