Tom Brady hat im Vorfeld von Super Bowl LX in der NFL für Aufsehen gesorgt, weil er den New England Patriots nicht die Daumen drückt. Bei seinen ehemaligen Weggefährten kam das gar nicht gut an.
Brady sagte in der dieswöchigen Folge des Podcasts "Let's Go!": "Ich bin in dieser Sache neutral und schlage mich auf keine Seite."
Seine ehemaligen Weggefährten bei den Patriots, Defensive Tackle Vince Wilfork und Tight End Rob Gronkowski, nahmen dies mit Verwunderung auf. Wilfork, der mit Brady und den Patriots zwei Super Bowls gewann, sagte gegenüber dem Bostoner Radiosender "WEEI": "Das ist Bullshit, Tom. Dieses ganze politische Getue - das hier ist nicht politisch. Es ist nicht politisch, was auch immer es ist. Die Raiders sind nicht dabei. Sag einfach, was Sache ist, sag, was du siehst."
Angesprochen darauf, dass sich Brady bei der Enthüllung seiner Statue vor Gillette Stadium als "Patriot for Life" bezeichnete, sagte Wilfork: "Am Ende des Tages weißt du, wie der Hase läuft, wenn du ein Patriot for Life bis. Komm mir nicht mit diesem politischen Bullshit. Es ist einfach, wie es ist. Wenn du nicht glaubst, dass wir gewinnen werden, dann tippe halt auf Seattle. Setz dich nicht zwischen die Stühle."
Gronkowski, der mit Brady zusammen bei den Patriots in fünf Super Bowls stand und drei gewann, äußerte derweil eine brisante Vermutung bei "Up & Adams": "Er will wahrscheinlich der Quarterback sein. "So ehrgeizig ist er einfach. Er will wahrscheinlich genau jetzt derjenige sein, der selbst im Super Bowl steht."
Gronk bezieht klar Stellung
"Ich drücke den Patriots die Daumen", sagte Gronk. "Das Großartige daran, dass die Patriots im Super Bowl stehen, ist, dass es zeigt - es ruft wieder in Erinnerung, wie dominant die Patriots eigentlich sind. Und es gibt da draußen eine Menge Fans, die sauer sind, dass die Patriots wieder im Super Bowl stehen, was toll für uns ist. Denn sie sind nur deshalb sauer, weil wir so oft gewonnen haben."
Damit aber nicht genug, denn auch frühere Patriots wie Cornerback Asante Samuel, der 2003 und 2004 mit den Patriots den Super Bowl gewann, meldeten sich zu Wort. Samuel schrieb auf X: "Brady, du kannst nicht der Einzige sein, der Super Bowls gewinnt. Lass mich bloß nicht herausfinden, dass du gegen Drake Maye und Vrabel hatest. 'Ich habe in diesem Kampf keine Aktien drin' - das ist nicht das, was ich hören wollte. Brady weiß, wie ich ticke. Das ist nichts Neues für ihn."
Aber auch aktuelle Spieler der Patriots wurden im Vorfeld des Super Bowl (So., ab 23:15 Uhr live bei RTL) auf das Thema angesprochen. Linebacker Robert Spillane wurde deutlich: "Ganz persönlich gesagt, wird mir dabei schlecht. Aber am Ende des Tages ist er ein Patriot; er hat sehr wohl Aktien in der Sache. Dass er so etwas sagt, ist nun mal so. Letztendlich ist er jetzt Mitbesitzer der Las Vegas Raiders, also muss er das tun, was für ihn am besten ist."
Wide Receiver Stefon Diggs wiederum verglich TV-Experte Brady mit anderen TV-Experten: "Drückt Tony Romo immer noch den Cowboys die Daumen? Das würde mich überraschen", sagte Diggs am Donnerstag. "Ich glaube, Peyton Manning liebt Denver immer noch. Von den Colts hört man ihn nicht mehr allzu viel sagen."
"Aber jeder ist da anders. Ich mache mir da nicht wirklich viele Gedanken drüber. Jede Meinung ist eben eine Meinung. Tom hat in New England viel gewonnen, aber er ist auch Miteigentümer der Raiders. Ich erwarte also nicht, dass er in dieser Situation Partei ergreift. Ich schätze, die Zeit, die man bei einem Team verbracht hat, bestimmt nicht zwangsläufig die Zukunft."





