Angesichts des Olympia-Starts des am Kreuzband verletzten US-Superstars Lindsey Vonn findet die deutsche Ski-Legende Maria Riesch klare Worte. Vonn bestritt inzwischen ihren ersten Trainingslauf in Cortina und trotzte dabei einer Hängepartie.
"Es ist ein Ritt auf Messers Schneide, was sie sich da in Cortina zumutet", sagte Maria Riesch im Gespräch mit der "Rheinischen Post".
Die speziellen Herausforderungen und Gefahren eines Abfahrtsrennens machen es für Vonn nun besonders riskant, hat sich die Olympiasiegerin von 2010 doch erst in der Vorwoche eine Kreuzbandruptur zugezogen. Trotz dieses erheblichen Handicaps will der Superstar im Abfahrtsrennen an den Start gehen.
Am Freitag dann ließ sich Vonn auch von einer über einstündigen Pause nicht aus der Ruhe bringen. Das wenig aussagekräftige erste Training für die Olympia-Abfahrt am Sonntag (ab 11:30 Uhr) absolvierte sie ohne größere Zwischenfälle.
Wie Vonn nutzten die meisten Läuferinnen den ersten Probedurchgang wie gewohnt zum Kennenlernen - ans Renntempo wagten sich die meisten wenn überhaupt nur in einzelnen Abschnitten heran.
Nachdem das ursprünglich für Donnerstag geplante erste Training aufgrund des anhaltenden Schneefalls und der Wettervorhersage abgesagt worden war, mussten die meisten Fahrerinnen am Freitag zudem lange am Start ausharren. Dichter Nebel erschwerte die Sicht auf der Olimpia delle Tofane.
Schon vor der Anreise in Italien betonte das US-Ski-Idol, schmerzfrei und mit guter Muskulatur ausgestattet zu sein. Doch ihre langjährige Freundin Riesch mahnte: "Es ist in einer Extremsituation eben das Kreuzband des linken Knies gerissen. Das ist sehr riskant."
Weitere Olympia-Medaille als großes Ziel von Lindsey Vonn
Vonn hatte sich den Riss des vorderen Kreuzbandes bei ihrem schweren Sturz in Crans-Montana zugezogen. Unmittelbar vor den Olympischen Spielen, welche die 84-fache Weltcupsiegerin als womöglich letztes großes Karrierehighlight unbedingt noch mitnehmen will.
Dass sie nun trotzdem der schwerwiegenden Verletzung in ihrer Paradedisziplin antreten will, zeige laut Riesch einmal mehr ihren unbändigen Ehrgeiz. Für Riesch wäre ein Erfolg gleichbedeutend historisch: Eine mögliche Medaille bezeichnet sie als "eine absolute Sensation".
Dabei verweist die Deutsche auch auf die Vergangenheit. Schon einmal habe Vonn versucht, mit einem Kreuzbandriss Rennen zu fahren. Damals musste sie wegen Schmerzen aufgeben. Trotzdem ist Riesch überzeugt: "Sie sieht diese Chance, sonst würde sie nicht starten."
Vonn selbst meinte vor der offiziellen Olympia-Eröffnung am Freitag: "Ich weiß, meine Chancen sind nicht mehr so groß wie vorher. Aber solange es eine Chance gibt, werde ich es versuchen." Der Skirennsport sei nun mal gefährlich und sie gehe ans Limit, erklärte die langjährige Speed-Queen.
Vonn war im Dezember 2024 unter großem Aufsehen in den Weltcup zurückgekehrt. Sie fährt inzwischen mit einer Teilprothese im rechten Knie. In der laufenden Saison zeigte sie sich bislang in Topform, fuhr schon zu zwei Siegen und fünf weiteren Podestplätzen. In Cortina d'Ampezzo ist zum Abschluss ihrer Karriere eine weitere Olympia-Medaille nach Abfahrts-Gold 2010 das große Ziel der einstigen Alpin-Dominatorin.
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