Adrian Newey hat bei Formel-1-Rennstall Aston Martin alle Fäden in der Hand, ist nicht nur Teamchef, sondern als Technischer Partner auch verantwortlich für das Design des Boliden. Kann die Doppelrolle funktionieren? Ein F1-Experte hat Zweifel und warnt.
Adrian Newey gilt als der Design- und Aerodynamik-Guru schlechthin in der Formel 1. Und deswegen hat Aston-Martin-Oberboss Lawrence Stroll den begnadeten Briten auch 2024 von Red Bull weggelotst.
Seit März 2025 ist Newey bei Aston Martin als Technischer Partner - und damit Miteigner des Rennstalls - an Bord. Ende der Vorsaison teilten die Briten dann mit, dass Newey in der Saison 2026 auch die Position des Teamchefs einnimmt.
Es ist das erste Mal in Neweys langer Formel-1-Laufbahn, dass er einem Team vorsteht. Bei Williams, McLaren und Red Bull durfte der legendäre Designer stets in aller Ruhe an seinen Konzepten werkeln. Das muss er bei Aston Martin ebenfalls - nur eben zusätzlich das Team auch anführen.
Formel 1: Newey als Teamchef? Herbert skeptisch
Kann die Doppelrolle funktionieren? Eine Frage, die sich auch der frühere Formel-1-Pilot Johnny Herbert stellt. "Wir müssen abwarten, ob es wirklich funktioniert, weil von ihm beide Sachen erwartet werden, das ist eine verdammt harte Aufgabe. Ich denke, als Teamchef, ist das höllisch viel Arbeit, die da getan werden muss", sagte der Engländer bei "RacingNews365".
Natürlich habe Newey Leute um sich herum, "die helfen, aber nichtsdestotrotz braucht es viel Energie, um in der Lage sein, das zu tun. Schauen wir mal", ließ Herbert Skepsis durchblicken.
"Wir werden einfach abwarten müssen und genau schauen, was dieses Team, das er erschaffen hat, zu leisten imstande ist: Mit dem Design des Autos und wie schnell es ist. Es wird zugleich auch darauf ankommen, wie die Power Unit von Honda arbeitet", führte der frühere Teamkollege von Michael Schumacher weiter aus.
Aston Martin war 2025 mit Rang sieben weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. 2026 will der Rennstall die Regel- und Technik-Revolution nutzen, um vorne mitzufahren. Der Rennstall setzt dabei voll auf Design-Genie Newey. Bei den ersten Testfahrten in Barcelona erregte der AMR26 mit einem radikalen Konzept direkt Aufsehen.


