Auf den letzten Drücker hat Biathletin Selina Grotian ihr Ticket für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo gebucht. Kurz vor Beginn der Winterspiele gibt die Skijägerin Einblick, wie hart der Weltcup-Winter vor knacken der Olympia-Norm war - und dankt besonders einer Teamkollegin.
Bei Selina Grotian lief es im Biathlon-Weltcup 2025/26 lange Zeit überhaupt nicht - und das ausgerechnet in der Olympia-Saison. Der Traum drohte angesichts eines desaströsen Saisonstarts zu zerplatzen. Erst Mitte Januar in Ruhpolding knackte die 21-Jährige mit Rang 15 (Sprint) und 13 (Verfolgung) die Norm für die Winterspiele.
Vor allem der Sprint geriet dabei zu einer echten Zitterpartie. Hätte Grotian in dem Rennen über 7,5 Kilometer noch einen Platz verloren, wäre Teil eins der Norm futsch gewesen.
"Das war ein zittriges Warten", gab sie im Interview mit "Home of Sports" Einblicke in die bangen Momente: "Ich habe daheim angerufen, da meine Familie das Rennen im TV besser im Blick hatte als ich vor Ort. Irgendwann kamen die Betreuer zu mir und meinten, dass eigentlich nichts mehr schiefgehen sollte."
Als sie sich tags darauf im Jagdrennen um zwei Plätze verbesserte und damit das Olympia-Ticke löste, sei "ein unfassbarer Druck" von ihr abgefallen, berichtete die Biathletin. "Zuerst bin ich zu meinem Papa und meinem Bruder gerannt, habe die beiden in den Arm genommen und vor Freude angefangen zu weinen."
Biathlon: Schneider und Preuß halfen Grotian
In Ruhpolding habe ihr "Gelassenheit" geholfen, sagte Grotian - und dankte vor allem ihrer Zimmerkollegin Sophia Schneider, die ihr "gut getan" habe.
Schneider habe schon beim vorherigen Weltcup in Oberhof gemerkt, "dass irgendetwas anders ist. Es war auch nicht mehr schön, ich konnte kaum schlafen", gestand Grotian. "Die Gespräche mit Sophia haben enorm geholfen. Mit Kniffel spielen und Filme schauen haben wir uns abgelenkt und die Zeit vertrieben. Ich wollte wieder die Selina aus dem letzten Jahr sein, befreit an die Rennen herangehen – das hat in Ruhpolding perfekt funktioniert."
Mit Blick auf ihre Formkurve stehe sie kurz vor Olympia-Start "gar nicht so schlecht da", sagte Grotian. "Das ist wichtig. Wenn ich da noch eine Schippe drauflegen kann in Antholz, ist auch der schwierige Saisonstart nicht so dramatisch."
Für sie sei es "enorm wichtig", dass es in der Loipe wieder besser läuft. "So kann ich lockerer an die Rennen herangehen, muss nicht zwingend immer null Fehler schießen, um ganz vorne dabei zu sein. Für den Kopf ist es deutlich leichter, wenn man im läuferischen Bereich stark drauf ist", betonte die Skijägerin.
Vor Olympia habe ihr auch Gesamtweltcup-Siegerin Franziska Preuß geholfen, berichtete Grotian. "Sie hatte 2018 vor Pyeongchang dieselbe Situation durchlebt. Generell hat sie viel Erfahrung, bei ihr hole ich mir immer gerne Tipps ab."
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