Im Käfig hat Dana White als Boss der MMA-Serie UFC schon das Sagen, seit kurzem mischt der Amerikaner auch im Boxsport mit. White will eine Revolution - und nimmt sich direkt den größten Kampf vor, den es gibt.
Dana White will das Boxen umkrempeln. Und zwar gehörig. Als Promoter seiner neuen Firma "Zuffa Boxing" hat der 56-Jährige seine ersten Faustkampf-Events präsentiert. Die großen Kracher waren noch nicht dabei, aber das soll sich ändern.
Wie "boxingscene.com" berichtet, strebt White an, den lang ersehnten Schwergewichts-Blockbuster zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua zu veranstalten. Das Duell der Briten ist finanziell gesehen der zurzeit größte Kampf, der im Boxen zu machen ist.
Fury gegen Joshua soll demnach auf "Netflix" zu sehen sein. Dazu passt, dass der Streaming-Riese am 11. April Furys Comeback-Kampf überträgt. Auch Joshua boxte Ende 2025 schon auf "Netflix" gegen Youtuber Jake Paul.
White hat für 2026 zwölf Boxshows fest eingeplant, weitere sollen dazukommen. Bisher hat "Zuffa" in den USA bereits einen Deal mit "Paramount+", offenbar will White aber auch "Netflix" für sich gewinnen.
Der Amerikaner hat vor, das Boxen radikal umzukrempeln - nach Vorbild seiner MMA-Serie UFC, die den US-Markt in Sachen Käfigkampf dominiert. Die vielen Weltverbände und das daraus entstandene Titel- und Weltmeister-Gewirr sind White ein Dorn im Auge. "Zuffa" soll derart stark werden, dass die Gürtel der vier großen Verbände in Zukunft irrelevant werden.
Boxen: MMA-Boss plant Box-Liga nach UFC-Vorbild
Pro Gewichtsklasse nur noch ein Weltmeister - so wie in den guten, alten Zeiten der 1920er, 30er, 40er und 50er Jahre, ehe die Verbände kamen - das ist Whites Ziel. Seine Champions sollen künftig gar einen "Zuffa"-Gürtel tragen, der die unbestrittene Nummer 1 pro Limit auszeichnet. Noch aber ist die neue Box-Serie im Aufbau.
Der MMA-Boss arbeitet dabei eng mit dem saudischen Box-Mogul Turki Al-Sheikh zusammen, dem das prestigeträchtige "Ring Magazine" gehört. Al Sheikh ist von Whites Idee einer "Box-Liga" mit einem Weltmeister und klar positionierten Herausforderern angetan.
"Es geht einiges ab, was die Industrie erschüttert - neue Verträge, mehr Deals, neue Territorien", kündigte White auf einer Pressekonferenz an. "Ich sage euch: Ende 2026 wird es (Zuffa) sehr beeindruckend sein."
Neben Fury vs. Joshua plant White auch den Comeback-Kampf von Superstar Canelo Alvarez rund um den mexikanischen Nationalfeiertag "Cinco de Mayo" am 5. Mai. Laut Medienberichten verhandelt auch Schwergewichts-König Oleksandr Usyk mit "Zuffa".
"Wir haben einige ziemlich verrückte Ankündigungen, die in den nächsten Wochen kommen", sagte White.
White verspottet de la Hoya
Der Einstieg des UFC-Bosses ins Boxen kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem mehrere "alteingesessene" Promoter in den USA schwächeln. Die von Promoter-Urgestein Bob Arum (94) gegründete Firma "Top Rank" steht nach Ablauf eines Deals mit "ESPN" ohne TV- und Streamingpartner da.
"Golden Box Promotions" von Boxlegende Oscar de la Hoya hat in den vergangenen Jahren deutlich an Einfluss verloren, arbeitet zurzeit an einem neuen Vertrag mit "DAZN".
"Er wird sich bei OnlyFans zeigen müssen, um seine Rente zu bezahlen. Meinem Jungen geht das Geld aus", spottete White über de la Hoya.
Einen großen Superstar hat White bis dato noch nicht an Land gezogen. Zuletzt unterschrieb bei ihm der weithin unbekannte Cruisergewichts-Weltmeister Jai Opetaia. Dessen bisheriger Promoter Eddie Hearn ätzte daraufhin: "Wir haben mit Jai nur Geld verloren."

