Statt oben in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga anzuklopfen, ist der 1. FC Nürnberg das Abstiegsgespenst in den vergangenen Wochen noch immer nicht wirklich losgeworden. Um sich für die weitere Rückrunde noch einmal zu verbessern, waren eigentlich noch mehrere Wintertransfers angedacht. Doch aus den meisten wurde nichts, was auch Cheftrainer Miroslav Klose arg frustriert.
Zwölf Punkte Rückstand weist der 1. FC Nürnberg aktuell auf einen Aufstiegsplatz auf. Der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz beträgt hingegen nur sechs Zähler.
Die Zielsetzung der Franken muss also klar sein: Schleunigst die nächsten Siege einfahren, um nicht noch weiter in die gefährliche Tabellenregion in der zweiten Liga abzurutschen.
Für das primäre Saisonziel gesicherter Klassenerhalt wollte der Club seinen Kader in der Transferphase aufräumen. Das hat nach Schließung des Transferfensters am Montagabend aus Sicht von Cheftrainer Miroslav Klose aber nur bedingt geklappt. Am Ende bleibt vor allem Ernüchterung.

Acht Nürnberg-Abgänge im Winter
Acht Abgänge sollten den XXL-Kader verschlanken und Spielraum für neue Impulse von außen schaffen, sportlich neue Optionen eröffnen. Was folgte, war jedoch eine Transferperiode, die viele Erwartungen unerfüllt ließ, vor allem in der Offensive. Genau dort setzt Kloses Kritik an.
Zwar kam mit Abwehrspieler Styopa Mkrtchyan noch ein dringend benötigter Innenverteidiger, doch die eigentlichen Pläne gingen nicht auf.
Ein offensiver Mittelfeldspieler und ein Stürmer sollten kommen, um dem Angriff neue Qualität zu verleihen. Spätestens mit dem gescheiterten Transfer von Immanuel Pherai platzte diese Hoffnung.
Für Klose ein schmerzhafter Rückschlag, den er ungewöhnlich offen benannte: "Wir hätten gerne noch Qualität dazugewonnen, vor allem mit dem Spieler", wurde der Club-Coach in der "Bild" zitiert. Statt nach Nürnberg wechselte HSV-Spieler Pherai nun für die Rückrunde auf Leihbasis zur SV Elversberg.
1. FC Nürnberg stellt die drittschlechteste Offensive der Liga
Mit nur 23 erzielten Treffern stellt der FCN aktuell die drittschwächste Offensive der Liga. Für Ex-Torjäger Klose ist das schon lange ein klares Warnsignal. Ihm fehlt nicht nur individuelle Klasse, sondern auch Breite im Kader, um auf Spielverläufe reagieren zu können.
Das zeigte sich zuletzt deutlich beim 1:1 gegen Münster, als von der Bank kaum Impulse kamen. Kloses nüchternes Fazit dazu: "Das würde ich so unterschreiben."
Der Weltmeister von 2014 wirkt dabei nicht frustriert, sondern sachlich. Er weiß, wo die Probleme liegen, und scheut sich nicht, sie auch öffentlich anzusprechen. Gerade deshalb gewinnen seine Aussagen an Bedeutung. Denn sie werfen auch Fragen über die sportliche Ausrichtung und Planung des Clubs auf. Klose selbst hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in Nürnberg noch nicht verlängert.





























