Remco Evenepoel jagt einem frommen Wunsch hinterher: Der Belgier will mithalten mit Radsport-König Tadej Pogacar. Um das zu erreichen, trainiert Evenepoel in der Saisonvorbereitung ganz speziell, wie er nun verraten hat.
Remco Evenepoel will Tadej Pogacar nicht länger hinterherhecheln, sondern früher oder später mit dem dominanten Slowenen auf Augenhöhe fahren.
"Wir trainieren sehr intensiv und schauen uns sein Niveau von 2025 an, wo er meiner Meinung nach unantastbar war. Wir wollen mein maximales Niveau erreichen. Ich hoffe, dass ich eines Tages neben ihm sein kann, vielleicht sogar vor ihm", sagte der 26-Jährige bei "Eurosport".
In der Vorsaison hatte Evenepoel gegen Pogacar so gut wie keinen Stich gemacht und meist nur dessen Hinterrad gesehen, einzig bei der Zeitfahr-WM in Ruanda lag er vor dem Dominator und gewann Gold.
Er habe 2025 bei den Rennen dennoch "viel gelernt", beteuerte Evenepoel und sagte, woran es haperte. "Ich war wirklich auf einem hohen Niveau und konnte mich mit ihm an der Steigung messen, wo er mich dann abgehängt hat. Ich musste mich 20 bis 30 Sekunden von einer ersten Anstrengung erholen."
Evenepoel erklärt: Hier macht Radsport-König Pogacar den Unterschied
2026 werden die Rivalen wohl beim Frühjahrs-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich am 26. April aufeinandertreffen. Sowohl Evenepoel (zweimal) als auch Pogacar (dreimal) haben bei diesem "Monument des Radsports" schon triumphiert.
Im vergangenen Jahr hatte Evenepoel dabei am Anstieg der Côte de la Redoute den Anschluss an Pogacar verloren - und genau hier will der Olympiasieger in seinem Training ansetzen.
"Das sind fünf Minuten mit sehr großer Anstrengung. Ich habe den Eindruck, dass Tadej in diesen fünf bis zehn Minuten den Unterschied macht. Darauf arbeiten wir hin, fünf bis zehn Minuten lang eine bestimmte Leistung zu bringen. Im Moment läuft im Training alles rund", erläuterte der Vuelta-Champion von 2022.
Evenepoel ist zur Saison 2026 vom belgischen Team Soudal-Quickstep zum deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe gewechselt und vergangene Woche auf Mallorca in die Saison gestartet.
Bei Red Bull fährt er künftig an der Seite der deutschen Rad-Hoffnung Florian Lipowitz. Der 25-Jährige hatte es bei der Tour de France 2025 als Dritter sensationell aufs Podest geschafft. Noch ist nicht eindeutig ausgemacht, ob Lipowitz oder Evenepoel das Team in Frankreich als Kapitän anführt. Im Gespräch ist auch eine doppelte Kapitäns-Rolle.



