Die Leichtigkeit des FC Bayern ist weg. Nach dem enttäuschenden 2:2 beim HSV sind die Münchner genervt und meckern sogar über den Schiedsrichter. Trainer-Legende Felix Magath reagiert darauf bei sport.de mit dezentem Spott - und kritisiert auch die Rolle von Superstar Harry Kane. Eine ernsthafte Titelbedrohung für die Bayern sieht er nicht.
Nach der ersten Saisonniederlage gegen den FC Augsburg war die Mission des FC Bayern für den 20. Bundesliga-Spieltag klar: Im Nord-Süd-Klassiker beim HSV drei Punkte mit nach München bringen, den Vorsprung auf die Konkurrenz halten.
Diesen Auftrag hat die Elf von Trainer Vincent Kompany nicht erfüllt. Im Volkspark zeigte der FC Bayern zum wiederholten Male ungewohnte Schwächen und stolperte beim 2:2 erneut. Weil der BVB am Sonntag gegen Heidenheim mit 3:2 gewann, beträgt das Polster der Bayern "nur" noch sechs Punkte.
"Der große Flow ist in der Bayernmannschaft im Moment raus", konstatierte der frühere Bayern- und HSV-Trainer Felix Magath im Interview mit RTL/ntv und sport.de: "Der FC Bayern hat in der Hinrunde beeindruckt, weil er souverän war. Sie hatten alles im Griff und man hatte nie das Gefühl, dass irgendwas anbrennen könnte. Seit der Winterpause ist diese Dominanz weg. Das hat man gegen den HSV gesehen."
Zurzeit bekämen die Bayern "nicht nur Gegentore, sondern kommen tatsächlich in Schwierigkeiten", führte der 71-Jährige weiter aus. Den Münchnern sei ihre eigene Dominanz der Hinrunde zum Verhängnis geworden. "Es ist nie gut für eine Mannschaft, wenn sie unangefochten vorne ist und – in Anführungsstrichen – keine Gegner mehr hat. Da wird man leichtfertig."
FC Bayern: "Man sucht überall Fehler, nur nicht bei sich selbst"
Magath reagierte auch auf die Schiedsrichter-Kritik vonseiten des FC Bayern nach dem Ausrutscher bei Aufsteiger Hamburg.
"Diese Meckerei von den Spielern ist unnötig. Das war kein unfaires Spiel. Der FC Bayern braucht sich nicht beschweren, dass er zu viele Pfiffe in der Bundesliga für oder gegen sich kriegt. Es wird meistens für Bayern gepfiffen. Man sucht überall Fehler, nur nicht bei sich selbst", spöttelte er.
Sportvorstand Max Eberl hatte in Richtung von Schiri Harm Osmers geätzt, der Unparteiische sei "etwas überfordert" gewesen.
Laut "Sport1" polterte Abwehrmann Josip Stanisic auf dem Weg in die Kabine "katastrophal", Harry Kane entfuhr: "Nicht auf diesem Level ..."
Apropos Kane: Magath kritisierte dessen Rolle als Tausendsassa im Bayern-Spiel. "Ich würde Spieler immer nach ihren Stärken einsetzen. Harry Kane kann Tore schießen. Er wird von allen gelobt und jeder jubelt, dass er auch hinten rumläuft. Aber das ist nicht sein Job", sagte der frühere Bayern-Coach.
Kane könne "hinten so viel Bälle klären, wie er will, aber er hilft der Mannschaft mehr, wenn er vorne steht, wartet, den Ball bekommt und ihn reinschießt."
Der Engländer solle sich auf "seine Stärken besinnen", forderte Magath: "Wenn er vorne statt im Mittelfeld oder hinten rumlaufen würde, wäre das für die Mannschaft besser."
Dass die Bayern nach ihrem erneuten Ausrutscher im Titelrennen wirklich noch in die Bredouille kommen, glaubt der Fußball-Lehrer indes nicht und verwies auf die nicht gerade vor Fußballwitz strotzenden Konkurrenz: "Man muss aber leider sagen, dass Borussia Dortmund nicht gerade den Eindruck vermittelt, als wollen sie den FC Bayern jagen."






























