Steht der Tennissport vor einer waschechten Revolution? Craig Tiley, seines Zeichens Turnierdirektor der Australian Open, hat zumindest eine Regeländerung ins Spiel gebracht, die weitreichende Folgen hätte.
Das Halbfinale der Australian Open zwischen Alexander Zverev und dem späteren Champion Carlos Alcaraz dürfte als eines der besten Matches, das beim Grand Slam in Melbourne jemals gespielt wurde, in die Geschichte eingehen. Rund 5:26 Stunden und über fünf Sätze lieferten sich der Deutsche und die Nummer eins der Welt eine epische Schlacht, die Alcaraz letztlich für sich entscheiden konnte.
Zum Vergleich: Elena Rybakina, die den Titel bei den Frauen gewann, stand bei ihren drei fordernden und hochklassigen Matches vom Viertelfinale bis zum Endspiel insgesamt knapp sechs Stunden auf dem Court. Der Grund liegt auf der Hand: Während die Herren traditionell drei Gewinnsätze auf der ganz großen Bühne spielen, sind es bei den Frauen "nur" zwei. Ein Umstand, der laut Tiley nicht in Stein gemeißelt bleiben sollte.
Tiley regte an, dass auch die Frauen künftig drei Gewinnsätze spielen sollten. Konkret strebt Tiley diese Änderung Down Under bereits für das kommende Jahr an, betroffen sollen allerdings erst die Frauen-Spiele ab dem Viertelfinale sein.
Tennis-Ikone Becker ist angetan
"Als Sportart müssen wir uns weiterentwickeln", stellte 64-Jährige vor dem Finale der Männer am Sonntag klar. Zudem zeigten Untersuchungen, dass das Interesse der Zuschauer "im Lauf eines Matches zunimmt", so der Turnierdirektor weiter.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "AAP" wurde Tiley noch deutlicher: "Es sollte Best-of-Five bei den Frauen geben. Wir sollten uns die letzten Matches ansehen – das Viertelfinale, das Halbfinale und das Finale – und bei den Frauen Gewinnsätze einführen. Das sollten wir also auf die Tagesordnung setzen und mit den Spielerinnen darüber sprechen, denn es gibt einige Matches in diesen letzten Runden, die im Best-of-Five-Modus faszinierend gewesen wären. Ich weiß nicht, ob die Spielerinnen das wollen würden, aber es ist etwas, das wir bei den Frauen in Betracht ziehen müssen."
Bei "Eurosport" erklärte zumindest die deutsche Tennis-Ikone Boris Becker, er glaube, Tileys Vorstoß sei eine "gute Idee". Offen ist bislang, wie die Spielerinnen zu der Idee stehen.







