Borussia Dortmund müht sich beim Jubiläum von Trainer Niko Kovac gegen den Tabellenletzten zum Sieg. Serhou Guirassy schießt den BVB weiter an den FC Bayern heran.
Serhou Guirassy zitterte in den letzten Minuten auf der Bank mit, dann konnte auch der Matchwinner aufatmen. Gelöst nahm der Torjäger die vielen Glückwünsche entgegen, dank seiner beiden Treffer feierte Borussia Dortmund das Jubiläum von Trainer Niko Kovac mit einem schwer erarbeiteten Sieg. Gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Heidenheim mühte sich der BVB zu einem 3:2 (1:1) und verkürzte damit den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München auf sechs Punkte.
Der seit Wochen schwächelnde Guirassy (68., Handelfmeter, 70.) drehte das Spiel mit einem Doppelschlag. Seinen Hattrick und die Entscheidung verpasste der Stürmer per Foulelfmeter (85.), die lange Nachspielzeit überstanden die Dortmunder mit viel Glück schadlos. Waldemar Anton (44.) hatte die Borussia in Führung gebracht, doch Julian Niehues (45.+4/48.) brachte den Champions-League-Teilnehmer in arge Bedrängnis.
"Ich glaube immer an mich. Am Ende haben wir gewonnen, das ist das Wichtigste", sagte Guirassy bei "DAZN" und scherzte: "Aber Elfmeter sind erstmal beendet für mich." Nico Schlotterbeck meinte: "Es war teilweise vogelwild von beiden Seiten. Wir haben viel zugelassen."
Schlotterbeck-Ansage an den FC Bayern
Dennoch ließ sich der Nationalspieler zu einer Kampfansage an den FC Bayern hinreißen. "Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden. Jetzt sind es sechs Punkte, es sind drei weniger als nach der Winterpause. Deswegen kann ich sagen und auch die Jungs, wir wollen jetzt angreifen." Die Münchner hatten am Vortag nur 2:2 beim Hamburger SV gespielt.
Heidenheims Coach Frank Schmidt ärgerte sich über die vergebenen Chancen, kurz vor Schluss vergab seine Mannschaft zwei Großchancen zum Ausgleich: "Die Niederlage finde ich nicht verdient. Ich finde es glücklich für den BVB."
Kovac, der seit dem 2. Februar 2025 beim BVB ist und das Team vor allem defensiv stabilisiert hat, verfolgte das Spiel meist mit verschränkten Armen in seiner Coachingzone. In den vergangenen Wochen hatte sich der BVB dank stabiler Abwehr oft auf seine individuelle Überlegenheit verlassen können. Spielerisch glänzte Dortmund aber nur selten, und das war auch gegen die verunsicherten Heidenheimer zu sehen.
Es dauerte eine gute Viertelstunde bis zum ersten Höhepunkt, Guirassy (14.) schoss aus spitzem Winkel aufs Tor. Ein großer Leistungsunterschied war ansonsten kaum zu sehen, im Gegenteil: Heidenheim spielte munter mit, kam durch Rückkehrer Eren Dinkci (26.) zu einer riesigen Gelegenheit.
Das Spiel nahm Fahrt auf, Guirassy, dem Kovac jüngst nochmals Mut zugesprochen hatte, traf aus der Drehung die Latte (38.). Dann jubelte der BVB nach einer Ecke: Anton staubte ab, nachdem Diant Ramaj den Ball fallengelassen hatte. Heidenheim beschwerte sich - vor allem weil bei einer ähnlichen Szene auf der Gegenseite zuvor anders entschieden war. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck hatte einen Treffer von Patrick Mainka (25.) nicht anerkannt, weil der Heidenheimer Kapitän Torhüter Gregor Kobel angerempelt hatte.
Niehues schnürt den Doppelpack - Guirassy chippt übers Tor
Die Gäste schüttelten sich kurz und kamen durch Niehues noch vor der Pause zum 1:1. In der Entstehung war Dortmunds Filippo Mané verletzt zu Boden gestürzt, für den jungen Italiener ging es nicht weiter. Niklas Süle kam für ihn aufs Feld.
Beim 1:2 sah Süle wie die gesamte Defensive schlecht aus. Einen schnellen Konter schloss Niehues stark ab. Eine Reaktion des BVB blieb zunächst aus, Kovac versuchte es daher mit den frischen Maximilian Beier und Carney Chukwuemeka (58.). Nur Sekunden davor hätte Marvin Pieringer (57.) die nächste Heidenheimer Großchance vergeben.
Dortmund mühte sich um eine Antwort und nutzte Niklas Dorschs Handspiel im Strafraum eiskalt aus. Nach dem Ausgleich überrollte der BVB die Gäste, vor allem Guirassy wirkte wie gelöst. Der Stürmer holte den zweiten Elfmeter heraus, diesen chippte der Guineer aber in die Südkurve. Der BVB musste weiter zittern. Arijon Ibrahimovic (90.+2) und Mikkel Kaufmann (90.+6) verpassen den Ausgleich jeweils aus kurzer Distanz. Zwischen den Heidenheimer Großchancen musste Guirassy mit Schmerzen vom Feld.

























