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Verband reagiert

Biathlon-Ikone schlägt Alarm: "Zerstören viele Talente"

Tiril Eckhoff hat Klartext gesprochen
Tiril Eckhoff hat Klartext gesprochen
Foto: © GEPA pictures/ Matic Klansek via www.imago-images.
01. Februar 2026, 09:21
sport.de
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Aus Sicht der norwegischen Frauen verläuft die Biathlon-EM vor heimischer Kulisse in Sjusjöen ernüchternd. In den drei Einzelrennen war Platz acht über 20 Kilometer das höchste der Gefühle, einer Medaille kam man nicht wirklich nah. Ein Umstand, der vor den abschließenden Staffelrennen offenbar Spuren hinterlassen hat. Eine norwegische Ikone schlägt sogar deutlich Alarm.

Rang 21 im Sprint sorgte bei Karoline Erdal nicht gerade für Begeisterung, nachdem die Norwegerin bei der Biathlon-EM 2026 den anschließenden Verfolger allerdings sogar nur als 34. beendete, konnte sie ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten.

"Ich fange einfach an zu weinen, nachdem ich ein Skirennen gelaufen bin. Hauptsächlich, weil ich müde bin und keine Kontrolle über irgendetwas habe. Das ist schade, aber es war in letzter Zeit viel los. Ich spüre das", erklärte die 28-Jährige nach dem Zieleinlauf bei "TV2".

Worte, die bei einer norwegischen Biathlon-Legende die Alarmglocken schrillen lassen. "Jetzt müssen die Trainer etwas unternehmen. Wir können nicht alle Talente, die wir haben, verbrennen. Ich sehe es immer wieder: Die Mädchen werden ausgenutzt", nahm die zehnmalige Weltmeisterin und zweifache Olympiasiegerin Tiril Eckhoff, die inzwischen als TV-Expertin tätig ist, die Trainer in die Pflicht und schob warnend hinterher: "Wir zerstören viele Talente."

Man merke, dass die Skijägerinnen "völlig erschöpft" seien, der Druck, der auf ihnen laste, schlicht zu groß sei. Sie könne das selbst gut nachvollziehen und wisse, dass es sehr schwierig sei, für sich selbst einzustehen, wenn man körperlich und mental am Limit agiere, so Eckhoff weiter.

Rat nicht gefragt? "Es ärgert mich"

Die Norweger sollten den Blick nach Frankreich wenden, wo die Talentförderung offenbar "eine viel bessere Qualität" habe. 

Als Problemlösung bringt sich die 35-Jährige, die 2023 Skier und Waffe an den Nagel hängte, sich selbst und ihre ehemalige Teamkollegin Marte Olsbu Røiseland ins Gespräch. "Es ärgert mich, dass sie Marte oder mich nicht fragen, was wir getan haben, um so gut zu werden. Ich habe das Gefühl, dass sie versuchen, das Rad neu zu erfinden", so Eckhoff.

Anders Brun Hennum, oberster Talenteförderer im norwegischen Biathlon-Verband, reagierte auf die Aussagen Eckhoffs. Er könne die Kritikpunkte nicht wirklich nachvollziehen und frage sich auch, ob Eckhoff wirklich einen Einblick in den Status Quo habe. Die beiden Legenden Eckhoff und Røiseland nach Rat zu fragen, sei allerdings "absolut angebracht" und solle umgesetzt werden. 

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