Welthandballer Mathias Gidsel will den 14 Jahre währenden dänischen EM-Fluch im Finale am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF) gegen Deutschland unbedingt beenden.
"Es hat für uns eine Riesenbedeutung, endlich diese Europameisterschaft zu holen. Hier zu Hause in dieser Kulisse ist das natürlich eine Riesenmöglichkeit", sagte Gidsel am Tag vor dem EM-Endspiel in Herning.
Die Partie gegen das deutsche Team sei aber eine "unfassbar schwere Aufgabe. Aber das ist vielleicht auch okay in einem EM-Finale, dass es ein bisschen schwierig ist."
Gidsel ist der Dauerbrenner bei den Dänen. Der Linkshänder vom deutschen Meister Füchse Berlin steht jedes Spiel beinahe über die vollen 60 Minuten auf dem Feld - und ist mit 61 Toren aus acht Spielen der alles überragende Torjäger. "Klar, der Körper ist müde, aber ein Spiel geht noch", sagte Gidsel, der im Endspiel den EM-Torrekord des Norwegers Sander Sagosen von 2020 (65) überbieten kann: "Wenn du in die Halle gehst und die Energie von 15.000 Leuten spürst, drückt dich das nach vorne."
Der dänische Hauptrundenerfolg über Deutschland in der Jyske Bank Boxen am vergangenen Montag (31:26) spielt laut Gidsel ebensowenig eine Rolle wie der Kantersieg bei den Olympischen Spielen (39:26). "Morgen ist ein ganz anderes Spiel", sagte der Weltstar. Deutschland habe in den vergangenen anderthalb Jahren zwei Schritte nach vorn gemacht. "Wir haben einen riesigen Respekt vor der Aufgabe."
Dänemark hat Respekt vor DHB-Team
Gidsel bewundert die deutsche Mannschaft für ihren eingeschlagenen (Turnier-)Weg. Spieler wie Julian Köster, Marko Grgic, Renars Uscins oder Juri Knorr könnten alle zum "X-Faktor" werden. Für das Endspiel bedeute die Breite "aber gar nichts" und der Energielevel sei "ein bisschen egal. Die Start-Sieben, die besten Spieler, müssen das morgen entscheiden. So ist das bei einem Finale", sagte der 26-Jährige.
Der Druck liegt am Sonntag auf dänischer Seite. Dänemark, das bei den vier (!) vergangenen Weltmeisterschaften den Thron bestieg und auch bei den Olympischen Sommerspielen 2016 und 2024 nicht zu bezwingen war, kämpft nämlich um sein lang ersehntes erstes EM-Gold seit 2012. An Herning als Finalstandort haben die Skandinavier zudem keine guten Erinnerungen. Hier, im Mekka des dänischen Handballs, setzte es bei der EM 2014 eine 32:41-Klatsche gegen Frankreich.



