Der Transfer von Stürmerstar Edin Dzeko hat die in dieser Saison ohnehin kräftige Euphorie beim FC Schalke 04 weiter verstärkt. Auch das Herz von Miron Muslic schlug höher, als sich der Bosnier bei den Königsblauen meldete. Danach musste der Trainer aber einen Drahtseilakt zwischen Emotion und Ratio bewerkstelligen.
Miron Muslic war in seiner Zeit als Spieler auch Stürmer - und Edin Dzeko "war mein Vorbild. Ich wollte Edin Dzeko sein", erzählte der Trainer der Schalker im Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".
Entsprechend "emotional" sei es gewesen, als Dzeko vor Silvester anrief und sagte, er könne sich vorstellen für Schalke zu stürmen.
Schließlich sei Dzeko in ihrer Heimat "ein bosnischer Nationalheld - vergleichbar mit Lothar Matthäus, Rudi Völler oder Bastian Schweinsteiger in Deutschland", betonte Muslic.

Ihm sei bei aller Liebe aber "klar" gewesen, "dass ich als Cheftrainer von Schalke 04 sachlich bleiben und die Gefühle zur Seite schieben muss. Es ging nur darum, wie und wo Edin uns helfen kann – es geht nur um Schalke, nicht um mich. Ich kann nicht mehr sagen, dass ich Dzeko-Fan bin. Ich bin sein Cheftrainer von S04, da bin ich stolz drauf", so der 43-Jährige.
FC Schalke 04: Dzekos Mentalität bringt Muslic zum Schwärmen
Muslic lobte die Einstellung und Mentalität des einstigen Deutschen Meisters. "Allein, dass er mit fast 40 Jahren noch Profi auf Schalke ist, beweist, wie professionell er lebt. Noch am Montag hat er mich beeindruckt", berichtete der Coach.
Als er um "7.35 Uhr" am Schalker Trainingszentrum angekommen sei, "war Edin schon da. Wenige Stunden nach seinem ersten Spiel, bei dem seine ganze Familie im Stadion war – sogar seine Eltern aus Sarajevo. Trotzdem war Edin der Erste im PLZ, um zu regenerieren. Das ist ein Profi", schwärmte Muslic: "Wenn man so lebt, wundert es mich nicht, dass er auch mit 39 Jahren noch auf diesem Niveau spielt."
Bei aller Professionalität machte Muslic keinen Hehl daraus, wie besonders es für ihn ist, seinen einstigen Helden nun zu trainieren.
Hätte man ihm dies als jungem Mann gesagt, "ich hätte gesagt: 'Du spinnst!' Es war utopisch. Aber in unserer Branche passieren manchmal verrückte Dinge. Es klingt abgedroschen, aber es stimmt einfach: Im Fußball ist nichts unmöglich."


























