Miron Muslic hat sich seit seinem Amtsantritt beim FC Schalke 04 den Ruf des Kommunikators erarbeitet. Immer wieder zieht der Cheftrainer die mediale Aufmerksamkeit auf sich, um seine Mannschaft zu schützen. Eines seiner Vorbilder: Star-Coach José Mourinho.
Als den José Mourinho des FC Schalke 04 will sich Miron Muslic nicht selbst bezeichnen, wie er in einem "WAZ"-Interview deutlich machte. Zugleich machte der S04-Coach keinen Hehl aus seiner Bewunderung für den Portugiesen.
"Ich bewundere Mourinho und seine Karriere. Er stellt sich hin wie ein Berglöwe und sagt: 'Mach es mit mir aus, das war mein Fehler, nicht mit dem Spieler.' Was das betrifft, ist er ein Vorbild und eine Inspiration. Das habe ich mir von ihm abgeschaut", so Muslic über den aktuellen Benfica-Trainer: "Egal wie sportlich erfolgreich er war oder nicht, die Spieler haben ihn genau deshalb gemocht und respektiert."
Muslic verrät: "Wegen Mourinho habe ich mir sogar die Prime-Dokumentation 'All or Nothing' der Tottenham Hotspur angeschaut. Ich wollte wissen, wie er tickt."
FC Schalke 04: Miron Muslic gibt bewusst den "Blitzableiter"
Die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um auch die eigenen Spieler aus der Schusslinie zu nehmen, sieht der 43-Jährige als "Teil des Trainerjobs" an: "Mit der Medienabteilung bespreche ich Themen, die wichtig sind, denen ich mich – vor allem in meiner Funktion – stellen muss. Dabei stelle ich mich auch mal in den Fokus, um Blitzableiter für die Mannschaft zu sein und etwas Druck wegzunehmen."

Seine Mannschaft habe "es verdient, dass ich sie verteidige. Es ist super einfach, etwas kaputtzumachen und Spieler an die Wand zu nageln nach Niederlagen. Wir auf Schalke machen es aber anders", betonte Muslic.
Er stehe zudem "regelmäßig im Austausch mit anderen Trainern – auch aus unserer Liga". Muslic, erst im Sommer nach Gelsenkirchen gekommen, weiß: "Als Cheftrainer von Schalke 04 generiere ich automatisch Aufmerksamkeit, bei jeder Pressekonferenz, mit jedem Interview. Leute interessieren sich zwangsweise dafür, was ich sage. Ich muss geschickt und smart sein und darf nicht zu viel Angriffsfläche bieten. Jeder falsche Satz könnte uns noch Monate später wieder begegnen."
Ihm gehe es letztlich vor allem darum, "authentisch" zu sein, auch will er mit Offenheit, Ehrlichkeit und direkter Kommunikation punkten: "Bei mir hast du ein Gefühl, woran du bist – egal, ob als Spieler, Staff-Mitglied oder als Fan. Im Profileistungszentrum arbeite ich täglich mit 50 bis 60 Leuten zusammen und ich will ihnen jeden Tag das Gefühl geben, dass sie ihre Sache gut machen. Sie sollen gern in die Arbeit kommen und sehen, dass ich Teil des Teams bin – das ist vielleicht meine größte Stärke."


























