In knapp drei Minuten rechnete Dagur Sigurdsson im Vorfeld des Halbfinal-Duells seiner kroatischen Mannschaft mit dem DHB-Team knallhart mit den EM-Organisatoren ab. Eine Reaktion der Europäische Handballföderation (EHF) ließ nicht lange auf sich warten. Verständnis für den Ärger des Isländers hat der Verband nicht.
"Der Europäische Handballverband nimmt die Kritik am Zeitplan der Meisterschaft zur Kenntnis. Der Zeitplan für die EHF-Europameisterschaft wird lange vor Beginn der Meisterschaft zwischen den Organisatoren und dem EHF festgelegt", heißt es in einem entsprechenden Statement: "Der Zeitplan ist allen Mannschaften spätestens bei der Auslosung der Endrunde mehr als sechs Monate vor Beginn des Turniers bekannt."
Noch am Mittwochabend mussten die Kroaten ihr letztes Spiel der Hauptrunde gegen Ungarn (27:25) im schwedischen Malmö bestreiten, die Partie gegen den DHB steigt allerdings im dänischen Herning, wo sich die deutsche Auswahl bereits seit EM-Beginn aufhält. "Es wird anerkannt, dass die Mannschaften aus Malmö mit einer schwierigeren Situation konfrontiert sind", gesteht die EHF, fügte aber hinzu: "Es ist jedoch anzumerken, dass die Mannschaften bei früheren Meisterschaften mit ähnlichen Zeitplänen konfrontiert waren, beispielsweise 2018 bei der EHF EURO in Kroatien."
EHF widerlegt Kritik von Sigurdsson
Sigurdsson sieht in den auferlegten Reisestrapazen "die Bestätigung dafür, dass sich die Europäische Handballföderation nicht um die Spieler, nicht um die Teams kümmert. Es spielt keine Rolle, dass wir heute Morgen vier Stunden von Malmö hierherfahren mussten. Es spielt keine Rolle. Wir waren in einer Gruppe in Malmö. Wir hatten zwei Tage weniger als einige der Mannschaften in diesem Wettbewerb, um sieben Spiele zu bestreiten. Und jeder, der irgendetwas von Sport versteht, weiß, dass zwei Tage weniger Pause in einem Zeitraum von zwölf Tagen mit sieben Spielen verdammt viel sind. Verdammt viel", so der Coach weiter.
"Etwas längere Reisen bei internationalen Meisterschaften sind keine Seltenheit", führte die EHF weiter an: "Bei der IHF-Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2025 war Kroatien in Karlovac untergebracht und reiste schließlich für seine Spiele nach Zagreb." Durch die Unterbringung beider Halbfinal-Gegner im gleichen Hotel sei die Integrität des Wettbewerbs gewahrt, heißt es weiter.
"Silkeborg wurde als Mannschaftshotel für die kroatische Delegation ausgewählt, um den beiden Halbfinalisten, Deutschland und Kroatien, identische Bedingungen zu bieten. Die kroatische Delegation wurde daraufhin am Mittwochabend informiert", so der Verband.




