Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf machten sich die Skier von Weltcup-Dominator Domen Prevc selbstständig. Der Fauxpas hatte Folgen, eine Medaille im Teamwettbewerb konnten sich die favorisierten Slowenen abschminken, weil der 26-Jährige nicht an den Start gehen durfte. Es war offenbar nicht das erste Mal, dass der Superstar etwas unvorsichtig war.
"Der Domen Prevc war immer schon ein Kandidat, der ein paar Sachen einbaut", plauderte der Österreicher Jan Hörl am Rande der Olympia-Farewell-Party am "ORF"-Mikrofon aus. Sein Ex-Teamkollege Michael Hayböck habe "schon einmal einen Ski von ihm auf den Kopf draufbekommen", verriet er weiter. Prevc sei bei einer Drehung unvorsichtig gewesen: "So richtig schauen tut er nicht."
Dass dem Weltcup-Dominator aber ein solches Missgeschick, wie bei der Skiflug-WM passiere, sei verwunderlich. "Das ist das Material, das zu mir gehört, mit dem ich runterspringen muss", machte Hörl seinen slowenischen Konkurrenten für den Fauxpas selbst verantwortlich: "Wir müssen in Zukunft die Ski wieder fester halten. Blöde Situation für ihn."
Skispringen: Fis sieht Schuld bei Domen Prevc
Skiflugweltmeister Prevc hatte am Sonntag seine Ski auf der Schanze verloren und konnte im ersten Durchgang nicht fliegen. Während der norwegische Vize-Weltmeister Marius Lindvik auf sein Startzeichen wartete, flogen die Ski von Prevc an ihm vorbei. Die Ski rutschten zunächst die Heini-Klopfer-Skiflugschanze hinunter, mindestens einer flog auch bis in den Auslauf.
Prevc hatte bei der Vorstartmaterialkontrolle die Ski an ein Zelt gelehnt, von dort hätten sie sich selbstständig gemacht, sagte Andreas Bauer, Materialchef der Fis. Es sei Eigenverschulden des Athleten gewesen. Im zweiten Durchgang durfte Prevc wieder starten, weil er keinen Regelverstoß begangen habe. Slowenien ging beim Sieg Japans als Sechster leer aus.
Mehr dazu:
Für den slowenischen Verband hat die Entscheidung "ernste Bedenken" über die gleichen Bedingungen sowie die Transparenz in einem Schlüsselmoment des Wettbewerbs hervorgerufen. "Faire, sichere und gleiche Bedingungen" sicherzustellen, sei die Basis für das Vertrauen in den Skisprungsport und in funktionierende Sportinstitutionen, hieß es.
Die Entscheidung über den am Dienstag eingelegten Protest des Verbandes steht noch aus.




