Im Entscheidungsspiel gegen Frankreich (38:34) konnten die deutschen Handballer am Mittwoch den Ausfall von Abwehr-Stabilisator Tom Kiesler erfolgreich kompensieren. Im EM-Halbfinale muss die DHB-Auswahl wohl erneut ohne den Schlüsselspieler auskommen.
"Als wir das Hotel verlassen haben, hat er im Viertelstundentakt gekotzt. Er hat Magen-Darm. Ich hoffe natürlich, dass wir es hinkriegen, dass er in zwei Tagen spielen kann und keinen angesteckt hat", sagte Bundestrainer Alfred Gislason nach dem Erfolg gegen Frankreich über die Personalsituation.
Im bisherigen Turnierverlauf war der Rückraumspieler des VfL Gummersbach ein wichtiger Anker der deutschen Defensive gewesen. Sein Fehlen wurde gegen Frankreich vor allem vor der Pause deutlich.
In der Anfangsphase bekam die deutsche Defensive ohne Kiesler zu wenig Zugriff und konnte den französischen Starspieler Dika Mem nur selten stoppen.
Dass die Defensive im Laufe der Partie dann bester Stand, freute Gislason umso mehr. "Aus meiner Sicht fehlte uns der beste Abwehrspieler des Turniers. Also von daher eine wirklich großartige Leistung der Abwehr ohne ihn", lobte der Bundestrainer.
Gislason muss DHB-Kader umbauen
Vor allem Kreisläufer Justus Fischer und Juri Knorr hatten gegen Frankreich mächtig aufgedreht und den Weg für den Einzug ins Halbfinale geebnet. Dort geht es für die deutschen Handballer schon am Freitag weiter. Gegner im Kampf ums Endspiel wird dann Kroatien sein.
Neben Kiesler hatte gegen Frankreich auch Rune Dahmke im DHB-Kader gefehlt. Der Kieler war der Rotation zum Opfer gefallen. Lukas Mertens und Lukas Zerbe waren dafür in den Kader zurückgekehrt.
Beim DHB richten sich in den nächsten Tagen die Blicke nun auch auf Miro Schluroff, den Zimmerkollegen von Tom Kiesler. Gislason deutete an, man hoffe, dass sich der Gummersbacher nicht bei seinem Mitspieler angesteckt hat.








