Antoine Guigonnat hat sich zum Start der Biathlon-Europameisterschaften im norwegischen Sjusjøen den Titel im Einzelrennen gesichert. Hinterher sprach der Franzose offen über ein mögliches Karriereende.
Eine Mischung aus Erfahrung und Gelassenheit haben den inzwischen 34 Jahre alten Antoine Guigonnat bei der Biathlon-EM zur Goldmedaille geführt.
"Man kann viel über Erfahrung reden, aber sie ist nicht alles. Ich spüre nicht mehr so viel Druck, während die anderen Jungs im Team ihren Platz im IBU-Cup behalten und eines Tages an einem Weltcup-Rennen teilnehmen wollen", sagte der Franzose nach dem Rennen bei "La Chaine L'Équipe".
Nach seinem bereits dritten fehlerfreien Rennen in dieser Saison mit 20 Treffern mache sich nun aber ein "Gefühl" breit, dass er langsam auf das "Ende der Karriere" zugeht. "Ich sage das nicht, weil ich mit dem Wettkampf aufhöre, denn ich habe keine Lust aufzuhören, ich habe zu viel Spaß. Aber ich spüre, dass das Ende naht." Noch habe er aber zu viel "Spaß beim Biathlon", so der Routinier.
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Trotzdem blickte der erfahrene Skijäger schon auf ein mögliches Karriereende voraus: "Falls ich meine Karriere am Ende der Saison beenden sollte, wird es zählen, wenn ich diese IBU-Cup-Gesamtwertung gewinne und mich für den Weltcup in Oslo qualifiziere. Wenn ich dort mit Weltcup-Starts enden kann, würde mir das helfen."
Deutsches Biathlon-Talent verpasst EM-Überraschung um Haaresbreite
Guigonnat hatte 2011 sein Debüt im Europacup, 2014 dann im Weltcup gegeben. Zwischen 2019 und 2023 hatte er seine beste Phase, als er zwei Staffel-Weltmeistertitel sowie WM-Silber im Massenstart gewinnen konnte. Dass er nicht mehr im Weltcup-Team der Franzosen unterwegs ist, liegt vor allem an der starken Konkurrenz in seiner Heimat.
In Sjusjøen hatte er die 20 Kilomater Strecke in 52:08,9 Minuten und somit über eine Minute schneller als Norwegens Isak Frey absolviert. Bronze gewann mit Valentin Lejeune (1 Fehler/+1:13,3 Minuten) ebenfalls ein Franzose. Bitter aus deutscher Sicht: Elias Seidl verpasste als Vierter und mit nur 1,2 Sekunden Rückstand auf Rang drei das Podest.

