Die Spieler und Spielerinnen bei den Australian Open stehen unter genauer Beobachtung. Die vielen Aufnahmen in teils intimen Momenten stoßen Tennis-Star Iga Swiatek sauer auf. Sie fordert Änderungen und provoziert mit einer rhetorischen Frage.
Iga Swiatek hat genug von den vielen Kameraeinstellungen bei den Australian Open. Nach dem jüngsten Vorfall um Coco Gauff fragte sie, ob die Sportler "Tennisspieler oder Zootiere" seien, die auch gefilmt werden, "wenn sie kacken?"
Diese Aussage sei zwar "offensichtlich übertrieben", aber es wäre "schön, etwas Privatsphäre zu haben" und "einen eigenen Prozess zu haben, ohne ständig beobachtet zu werden", erklärte die Polin.
Gauff hatte nach ihrer klaren Niederlage gegen Elina Svitolina aus der Ukraine in den Katakomben der Rod Laver Arena aus Frust ihren Schläger zertrümmert. Die Weltranglisten-Dritte wähnte sich dabei unbeobachtet, wurde aber von Kameras gefilmt, sodass jeder ihren Wutausbruch sehen konnte.
"Ich denke nicht, dass das nötig ist", sagte Gauff. Sie habe extra nach einem Ort gesucht, wo sie dachte, unbeobachtet zu sein, da sie kein schlechtes Vorbild, vor allem für Kinder, habe sein wollen. "Vielleicht sollten wir mal darüber reden. Ich habe das Gefühl, dass bei diesem Turnier der einzige private Ort die Umkleidekabine ist."
Auch Djokovic reagiert mit Ironie
Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic stimmte zu und kommentierte süffisant: "Ich bin überrascht, dass wir keine Kameras haben, während wir duschen." Dass es besser wird, glaubt er aber nicht. "Wir leben in einer Gesellschaft, in der Content alles ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich dieser Trend umkehren lässt."
Swiatek betonte: "Wir sind Tennisspieler, wir sollen auf dem Court und in der Presse beobachtet werden – das ist unser Job. Es ist aber nicht unser Job, ein Meme zu sein, nur weil wir unsere Akkreditierung vergessen." Swiatek rief die Organisatoren auf, mit den Profis in einen Dialog zu treten, um klare Grenzen für Kameraeinsatz und sensible Situationen zu definieren.
Der Zugang der Kameras ist bei den anderen Grand-Slam-Turnieren eingeschränkter als in Melborune.
Tennis Australia verteidigt das Kamerasystem und erklärt, die Aufnahmen dienten dazu, eine "tiefere Verbindung" zwischen Fans und Spielern zu schaffen. Laut Veranstalter gebe es Regeln, wie und wo gefilmt werde, und man versuche, die Balance zwischen Einblicken für das Publikum und dem Schutz der Spieler zu halten.






