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"Nicht jede Saison ist eine Titel-Saison"

Neuner warnt deutsche Biathlon-Talente vor "größtem Fehler"

Magdalena Neuner hat das deutsche Biathlon-Team immer noch genau im Blick
Magdalena Neuner hat das deutsche Biathlon-Team immer noch genau im Blick
Foto: © IMAGO/Harald Deubert
28. Januar 2026, 09:27
sport.de
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Biathlon-Legende Magdalena Neuner hat "ihre" Sportart immer noch genau im Blick - insbesondere natürlich das deutsche Frauen-Team, in dem mit Selina Grotian und Julia Tannheimer gerade die nächste Generation heranreift.

"Beide haben riesiges Potenzial", sagte Neuner gegenüber "Sport Bild". "Ich würde ihnen raten, sich Zeit zu lassen und nicht zu früh alles gewinnen zu wollen. Der größte Fehler wäre, sich zu sehr über Ergebnisse zu definieren oder sich von außen treiben zu lassen. Wichtig ist, bei sich zu bleiben, den eigenen Stil zu entwickeln und langfristig zu denken – nicht jede Saison ist eine Titel-Saison."

Aktuell sind Grotian und Tannheimer aber noch nicht die Zugpferde der deutschen Biathlon-Frauen, sondern weiterhin Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß, die auch bei den olympischen Wettbewerben in Antholz (ab dem 8. Februar) die große Hoffnungsträgerin aus DSV-Sicht ist.

"Franziska traue ich bei Olympia sehr viel zu – bis hin zu Medaillen", sagte Neuner. "Das WM-Gold 2025 war aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Moment. Solche Erfolge können tatsächlich einen mentalen Knoten lösen, weil man spürt: Ich kann es, auch, wenn es zählt."

Preuß zeichne vor allem mentale Stärke und Professionalität aus, lobte Neuner. "Sie hat über Jahre Rückschläge weggesteckt und ist immer wieder zurückgekommen – das ist eine Qualität, die bei Großereignissen extrem wichtig ist."

Ob es nach Olympia für Preuß im Biathlon noch weitergeht, ist offen. Zuletzt deutete sie ein mögliches Karriereende an.

Biathlon: Magdalena Neuner glaubt an deutsche Olympia-Medaillen - wenn ...

Neuner hatte ihre glanzvolle Laufbahn nach der Heim-WM 2012 in Ruhpolding beendet.

"Bei mir war das ein Prozess", schilderte sie. "Ich habe schon lange vor meinem Karriereende gespürt, dass ein Kapitel zu Ende geht. Ruhpolding war emotional ein Höhepunkt, und mir war klar: Es wird nicht mehr größer, nicht mehr intensiver. Ich wollte aufhören, solange ich noch bei mir bin, mit Freude, Stolz und ohne Bitterkeit."

Insgesamt glaubt Neuner an erfolgreiche Winterspiele für die Skijägerinnen und Skijäger des DSV.

"Ich traue dem deutschen Team mehrere Medaillen zu, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Entscheidend wird die Konstanz im Schießen unter Druck sein und die Fähigkeit, an den entscheidenden Tagen die Leistung abzurufen. Olympia verzeiht keine halben Rennen – da muss alles zusammenpassen", sagte die 38-Jährige.

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