Revanchegelüste? Darüber kann Guillaume Gille nur müde lächeln.
"Es ist vorbei", sagte Frankreichs Nationaltrainer vor dem brisanten Wiedersehen im EM-Showdown mit der deutschen Mannschaft am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF).
Die Viertelfinal-Niederlage bei den Olympischen Spielen vor anderthalb Jahren habe "uns wehgetan, aber wir haben uns seitdem weiterentwickelt. Wir haben die Kurve hinbekommen. Es ist einfach Geschichte. Eine brisante Geschichte natürlich, aber Geschichte."
Ausgesprochen entspannt präsentierte sich Gille am Dienstag bei einem Medientermin in Silkeborg - obwohl das Turnier-Aus von Frankreichs Star-Ensemble, dem Titelverteidiger und WM-Dritten, bei einem Remis gegen Deutschland besiegelt wäre.
Auch dass Linkshänder Dika Mem bislang nicht auf höchstem Niveau performt, lässt Gille kalt. "Es ist für mich überhaupt kein Problem. Es gibt immer Schwankungen in den Leistungen", sagte der frühere Bundesliga-Profi.
Der bisherige Turnierverlauf war für die Franzosen, die in Herning ihr fünftes EM-Gold jagen, ein Auf und Ab. Den Rekordsiegen mit jeweils 46 (!) Treffern gegen die Ukraine (46:26) und Portugal (46:38) stehen zwei Niederlagen gegen Gastgeber Dänemark (29:32) und Spanien (32:36) gegenüber.
War das französische Prunkstück in der Vergangenheit meist die Defensive, liegt die große Stärke des Teams dieser Tage im Angriff. "Egal, wie viele Tore wir werfen", sagte Gille mit Blick auf das "Spiel voller Bedeutung" gegen die DHB-Auswahl: "Hauptsache wir werfen eines mehr als die deutsche Mannschaft."



