Mitten in der ganz heißen Phase der laufenden Europameisterschaft sorgt der Deutsche Handball-Bund für Klarheit bei der wichtigsten Personalie: Bundestrainer Alfred Gislason soll auch bei der Heim-WM im kommenden Jahr die deutsche Nationalmannschaft führen.
Trotz zwischenzeitlicher Zweifel und öffentlicher Spekulationen sieht der DHB aktuell keinen Anlass für einen Kurswechsel. "Wir sind jetzt mitten im Turnier und haben morgen die Chance, ins Halbfinale zu kommen. Wir haben eine Top-Sechs-Platzierung. Es gibt in diese Richtung keine Gedanken, dass wir etwas verändern", sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes vor dem EM-Endspiel um den Halbfinaleinzug gegen Frankreich am Mittwoch (18:00 Uhr/ZDF/Dyn).
Der DHB sendet damit ein klares Signal der Stabilität und einen erneuten Vertrauensbeweises für den 66-Jährigen.
Gislason selbst zeigte sich am Dienstag gegenüber einer Medienrunde ohnehin betont gelassen, was seine eigene Zukunft beim DHB anbelangt: "Ich habe überhaupt keine Ängste davor, diesen Job zu behalten oder nicht. Ich mache das, weil ich tierisch viel Spaß an dieser Sache habe, tierisch viel Spaß an der Mannschaft", sagte er am Dienstag in Silkeborg.
"Und wenn ich das irgendwann nicht mehr mache, dann wird das ein anderer machen und die Mannschaft wird genau diese großartige Zukunft vor sich haben", ergänzte Gislason.
Erst vor eineinhalb Wochen war die Diskussion um Gislasons Zukunft nach der überraschenden Vorrundenniederlage gegen Serbien noch einmal deutlich aufgeflammt.
Zu diesem Zeitpunkt stand noch ein mögliches EM-Debakel in Form eines historisch schlechten Vorrunden-Aus stand im Raum. In diesem Fall wäre der Bundestrainer wohl kaum zu halten gewesen. Doch die Mannschaft stabilisierte sich und mit ihr die Position des Chefcoachs.
Gislason seit 2020 im Amt
Gislasons Vertrag läuft ohnehin noch bis nach der Heim-WM 2027, dennoch hatte DHB-Präsident Andreas Michelmann die Debatte vor dem Turnier selbst befeuert. Eine vorzeitige Trennung hatte er nicht ausgeschlossen, auch vor dem entscheidenden Vorrundenspiel gegen Spanien blieb ein klares Bekenntnis aus.
Der Bundestrainer selbst reagierte auf all das mit bemerkenswerter Gelassenheit. "Ich bin seit 1991 Trainer. Ich habe vieles erlebt, sodass ich mir überhaupt keinen Kopf gemacht habe. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, keine Rückendeckung vom Verband zu haben", sagte Gislason zuletzt.
Der Isländer ist seit 2020 als Bundestrainer tätig, holte in dieser Zeit unter anderem die Olympische Silbermedaille in Paris.




