Beim 35:35-Unentschieden zwischen Portugal und Norwegen kam es in der Schlussminute zu einer kuriosen Szene. Bei einer Auszeit rund 30 Sekunden vor Schluss lauschte Miguel Neves nicht den Worten seines Trainers, sondern per Tablet der Ansprache des norwegischen Übungsleiters. Damit sorgt der Portugiese nun für eine Menge Wirbel.
"Ich habe drei Jahre lang in Norwegen gespielt und habe eine norwegische Freundin, daher spreche und verstehe ich Norwegisch. Ich habe versucht, mir einen kleinen Vorteil zu verschaffen und herauszufinden, was sie tun würden. Dann konnte ich die Abwehr vorbereiten", gestand der 25-Jährige, der zwischen 2022 und 2025 für Bergen spielte, beim dänischen TV-Sender "TV2Sport".
Ein Vergehen erkennt Neves nicht: "Ich finde das völlig fair. Meiner Meinung nach ist daran nichts auszusetzen." Die internationale Handball-Gemeinde sieht das allerdings etwas anders. "Ich finde das nicht in Ordnung.ch finde, es steht dem Sport nicht gut zu Gesicht, wenn jemand dasteht und zuhört, was die anderen machen", äußerte der Dänen-Superstar Simon Pytlick deutliche Kritik.
Handball-EM: Norwegen bemerkte Spionage erst spät
Und auch die EHF war von dem Abhörmanöver der Portugiesen nicht begeistert. "Die EHF kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass solche Hilfsmittel, die dazu dienen, die Spieler und Trainer aus taktischen Gründen zu unterstützen, auf diese Weise verwendet werden", teilte der Verband auf Anfrage von "Dagbladet" am Montagabend mit: "Wir halten das nicht für fair und nicht im Interesse des Spiels."
Ob das Verhalten des portugiesischen Teams Konsequenzen nach sich ziehen wird, ließ EHF-Kommunikationschef Thomas Schöneich allerdings noch offen. Die Norweger, die erst wenige Sekunden vor dem Ende der Auszeit von der Aktion Wind bekamen und das Mikrofon zur Seite schoben, äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall.
Zudem ist unklar, ob Portugal sich durch das Abhören gegnerischer Timeouts auch in anderen Spielen einen Vorteil verschafft hat.







