Beim wichtigen 30:28-Sieg gegen Norwegen am Samstag wuchs Andreas Wolff mit 22 Paraden regelrecht über sich hinaus. Beim Aufeinandertreffen mit Dänemark musste der Schlussmann des THW Kiel aber zunächst auf der Bank Platz nehmen, David Späth stand bis tief in die zweite Halbzeit hinein im Tor des DHB-Teams. Eine Entscheidung, die für Verwunderung sorgte.
"Ich habe gedacht: Okay, das Spiel schenken wir ab", zeigte Handball-Weltmeister Pascal Hens bei "Dyn" wenig Verständnis für die Entscheidung von Bundestrainer Alfred Gislason. Stefan Kretzschmar pflichtete ihm bei: "Was kann das bedeuten als Zeichen für die Mannschaft? Wie nehme ich das als Mannschaft auf in einem der alles entscheidenden Spiele?"
Späth, der hinter dem überragenden Wolff bei der laufenden Europameisterschaft nur wenig Zeit bekam, sich zwischen den Pfosten zu beweisen, machte seine Sache gegen den Gastgeber mit neun Paraden in 46 Minuten zwar ordentlich, seine Quote von 26,5 Prozent reichte allerdings nicht aus, um seinem Team zu einer dicken EM-Überraschung zu verhelfen.
Handball-EM: Verwunderung über Pause für Stammspieler-Duo
"David ist aus dem Rückraum eher einer, der besser steht. Andi ist aus der Nahdistanz der Beste, den es gibt. Dass die Dänen sehr viel aus dem Rückraum kommen, das wissen alle Handball-Experten", begründete Gislason seine überraschende Wahl im Tor des DHB-Teams. Es war nicht die einzige Entscheidung des Isländers, die für Verwunderung sorgte.
Statt der Stammspieler Lukas Zerbe und Lukas Mertens standen Mathis Häseler und Matthes Langhoff unerwartet im deutschen Aufgebot. "Beide haben extrem viel gespielt und waren an dem Punkt, dass ich Angst hatte, sie verletzen sich. Aus dem vorigen Spiel kamen beide mit Muskelverhärtungen, deshalb bin ich kein Risiko eingegangen", hatte der 66-Jährige auch dafür eine Erklärung parat.
"Wann hat es das gegeben, dass es für einen Außen Pause gibt?", hinterfragte Ex-Nationalspieler und "Dyn"-Experte Michael Kraus diese Wahl des Bundestrainers.





