Bei der Handball-EM sollte Juri Knorr eigentlich Dreh- und Angelpunkt des deutschen Angriffsspiels werden. Der 25-Jährige tut sich bislang aber schwer. Ist das DHB-Team gar besser, wenn der Spielmacher nicht auf dem Feld steht?
Das zumindest behauptet der dänische Ex-Nationalspieler Lasse Svan.
"Wenn sie mit Juri Knorr spielen, können fantastische Dinge passieren. Er ist ein wirklich herausragender Spieler, der alle Facetten des Spiels beherrscht", schwärmte der 42-Jährige bei "TV2", schränkte jedoch ein: "Aber es wird auch sehr individuell, wenn sie mit Juri Knorr spielen. Ich denke, dass ihr Spiel viel besser läuft, wenn er auf der Bank sitzt."
Wenn Knorr auf dem Feld steht, würden auch seinen Mitspielern mehr Fehler unterlaufen, führte Svan weiter aus.
"Natürlich kann man damit leben, wenn Knorr viele seiner Aktionen erfolgreich umsetzt, aber in einem Spiel wie gegen Norwegen, bei dem er ein Tor erzielt und viele technische Fehler gemacht hat, ist er ein Minuspunkt", so der ehemalige Weltklasse-Rechtsaußen.
TV-Experte Claus Møller Jakobsen schlug ähnliche Töne an wie Svan. "Es ist klar, dass er ein Weltklassespieler ist, und er muss ins Rampenlicht gerückt werden, damit er sein volles Potenzial ausschöpfen kann", sagte er.
Der Ex-Profi merkte jedoch auch an: "Wenn er spielt, ist es, als ob ihm alle den Ball zuwerfen und sagen: 'Mach was!' Wenn er nicht auf dem Feld ist, verteilt sich die Verantwortung auf die anderen Spieler."
Juri Knorr sucht bei der Handball-EM seine Form
Bei der Handball-EM kommt Juri Knorr noch nicht wie gewünscht zum Zug. Der Spieler von Aalborg Håndbold ist nicht immer gesetzt. Wenn er auf dem Platz steht, unterlaufen ihm viele Fehler. Außerdem leistete er sich bereits einige Fehlwürfe. Für 16 Tore brauchte er 34 Versuche.
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Mit seinen bisherigen Auftritten ist Knorr alles andere als zufrieden. "Ich bin enttäuscht über meine Leistung", sagte der Spielmacher nach seinen zwei glanzlosen Hauptrundenspielen gegen Portugal und Norwegen: "Mich nervt das extrem."
Dass der DHB-Auswahl in beiden Spielen die Konstanz im Angriffsspiel fehlte, lag zwar nicht nur an Knorr, hatte aber auch mit der Formschwäche des 25-Jährigen zu tun. "Ich denke, es liegt auf der Hand, dass wir damit nicht zufrieden sind, und ich persönlich auch nicht. Gerade die letzten beiden Spiele. Es wurmt mich einfach, ich habe keine Erklärung dafür", sagte der Rückraumspieler.
Die Erwartungen vor dem Turnier waren groß - sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei Knorr selbst. Der Sommer-Wechsel von den Rhein-Neckar Löwen nach Aalborg habe ihn spielerisch weiter reifen lassen, hieß es im Vorfeld unter anderem auch von Bundestrainer Alfred Gislason. Den Beweis dafür konnte Knorr bei der EM bisher aber kaum liefern.






