Mit insgesamt drei Grand-Slam-Siegen zwischen 2016 und 2018 sorgte Angelique Kerber für die letzten richtig dicken Ausrufezeichen des deutschen Frauen-Tennis. Keine zehn Jahre nach ihrem letzten Coup ist der Glanz allerdings vollkommen verflogen. Nicht nur in der Spitze, auch in der Breite offenbart der DTB deutliche Probleme, was das Abschneiden bei den Australian Open 2026 untermauert. Kerber selbst legte nun den Finger in die Wunde.
"Wir brauchen uns nicht anzulügen. Das war nicht optimal", kommentierte Angelique Kerber das Abschneiden der DTB-Frauen in Melbourne: "Klar hatte man sich da mehr erhofft. Gut war es auf jeden Fall nicht."
Gerade einmal vier deutsche Damen erreichten überhaupt das Hauptfeld, nur Laura Siegemund schaffte den Sprung in Runde zwei, wo sie dann die Segel streichen musste. Dass zum Quartett im Hauptfeld mit der 37-jährigen Siegemund und der 38-jährigen Tatjana Maria zudem die beiden ältesten Spielerinnen aus den Top 100 zählten, schürt mit Blick auf die nahe Zukunft zudem nicht unbedingt Hoffnung.
"Wir müssen da definitiv Geduld haben. Wie viel Geduld, das steht in den Sternen", führte auch Kerber aus, dass sich eine schnelle Wende nicht abzeichnen wird. Und weiter: "Ich denke, dass einige Junioren nachkommen werden, aber das liegt nicht in meinen Händen, sondern es müssen alle Parteien mitspielen."
Kerber glaubt an Alexander Zverev
Mit der 15-jährigen Ida Wobker weiß der DTB immerhin eine der jüngsten Spielerinnen in den Top 1000 in seinen Reihen. Auch die ebenfalls 15-jährige Tina Manescu oder die 16-jährige Mariella Thamm gelten als Ausnahmetalente. Die 20-jährige Ella Seidel, die als Nummer 82 des Rankings in die Australian Open startete, hat zudem bereits angedeutet, dass es weiter nach vorne gehen könnte.
Klar ist aber auch: Eine Spielerin von Weltklasseformat ist noch nicht in Sicht. Immerhin bei den deutschen Herren tummelt sich mit Alexander Zverev ein absoluter Topstar der Szene. Dass der Hamburger in seiner Karriere noch keinen Grand Slam gewinnen konnte, ist der einzige Makel, Kerber glaubt jedoch, dass die Nummer drei der Welt diesen beseitigen wird.
"Ich mache mir um Alexander gar keine Sorgen. Ich weiß, dass er irgendwann ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird. Dafür trainiert er zu hart und gibt alles dafür. Das wird sich irgendwann auszahlen. Mal gucken, ob es dieses Jahr schon klappen wird, aber ich bin mir sicher, dass er irgendwann definitiv ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird – oder vielleicht sogar mehr", sagte Kerber. "Man muss weiterhin Geduld haben und daran glauben, dass man es schaffen kann. Ich habe meinen ersten Grand-Slam-Titel auch erst mit 28 Jahren gewonnen."






