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Erstmals seit 16 Jahren kein Edelmetall

DSV-Adler bei Skiflug-WM historisch schwach

Keine Medaille für Karl Geiger und Co.
Keine Medaille für Karl Geiger und Co.
Foto: © IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner
25. Januar 2026, 18:24

Die deutschen Skispringer haben zum Abschluss der Skiflug-WM in Oberstdorf auch im Teamwettkampf eine Medaille verpasst.

Domen Prevc verlor nach einem beispiellosen Possenspiel die Chance auf das zweite Gold, die deutschen Flieger gewannen dennoch nicht Bronze: Weil die Ski des Einzel-Weltmeisters im Teamwettbewerb der Flug-WM in Oberstdorf alleine die Schanze hinunterrutschten, verabschiedete sich Topfavorit Slowenien aus dem Medaillenrennen.

Während Japan feierte und Deutschland das schwächste Abschneiden seit 2010 verdauen musste, diskutierte die fassungslose Skisprung-Welt den Prevc-Patzer.

"Ich bin ja nicht oft sprachlos, aber heute fehlen mir die Worte", sagte "ARD"-Experte Sven Hannawald: "Der Junge ist selbst schuld, er hat das selber verbockt."

Vor dem Sprung des Norwegers Marius Lindvik rutschten beide Ski von Prevc plötzlich unkontrolliert die Schanze herunter, einer flog sogar etwa 50 Meter durch die Luft und stoppte erst im Auslauf. Getroffen wurde niemand. Prevc durfte danach allerdings nicht springen, ein Protest wurde abgelehnt.

"Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war Eigenverschuldung, es gibt ganz klare Regeln", sagte Andreas Bauer, der im Weltverband FIS Mitglied der Materialkommission ist: "Es gibt oben eine Kontrollbox, dort hätte er die Ski reinstellen können. Er hätte sie auch einem Mitarbeiter geben können, aber er hat sie angelehnt. Bei dem Schneefall ist es glitschig, dann haben sie sich selbstständig gemacht."

"Das ist schon sehr bitter"

Das deutsche Team mit Philipp Raimund, Felix Hoffmann, Karl Geiger und Pius Paschke landete dennoch nur auf Rang vier hinter Japan, Österreich und Norwegen. Erstmals seit 16 Jahren blieben die DSV-Adler somit bei einer Skiflug-WM ohne Medaille. Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen musste sich das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher auch beim zweiten Höhepunkt des Winters nach der durchwachsenen Vierschanzentournee mit einer Nebenrolle begnügen.

"Das ist schon sehr bitter. Mit dem Ergebnis bin ich absolut nicht zufrieden, ich hätte mir ein bisschen mehr vorgestellt", hatte Horngacher schon nach dem Einzel am Samstag gesagt. Mehr als Rang 13 durch Philipp Raimund war dort nicht drin.

Ohne Medaille waren die DSV-Adler bei einer Flug-WM zuletzt 2010 geblieben. Damals hatte es im Team nur zum siebten Platz gereicht, im Einzel war Michael Uhrmann als bester Deutscher auf Rang 19 gelandet.

Ganz so schlimm wurde es beim Heimspiel auf der Heini-Klopfer-Schanze zwar nicht, doch die Enttäuschung war der deutschen Mannschaft ebenso wie den 18.000 Zuschauern anzusehen.

Skispringen: DSV-Adler vor Heimspiel

Domen Prevc erlebte dagegen im Einzel zunächst einen Traumtag. Nur 18 Tage nach seinem Triumph bei der Vierschanzentournee holte der Slowene seinen nächsten großen Sieg. Umgerechnet 50 Meter lag der Slowene am Samstag nach vier Durchgängen vor dem Norweger Marius Lindvik, Bronze ging an Ren Nikaido (Japan).

Im Teamwettkampf folgte dann das Drama. Bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften 2022 und 2024 hatte Slowenien jeweils mit Domen Prevc Gold gewonnen, doch nun leistete er sich einen kostbaren Patzer. Ein slowenisches Teammitglied hatte den Ski in Windeseile wieder nach oben gebracht, doch dort wurde ein Start verweigert. Prevc sank enttäuscht in seinen Stuhl.

Weiter geht es für die DSV-Adler am kommenden Wochenende mit einem weiteren Heimspiel: Im hessischen Willingen steht das letzten Weltcup-Wochenende vor der Reise zu den Olympischen Spielen an. "Da werden wir versuchen, es besser zu machen", sagte Horngacher.

Skiflug-WM 2026

1JapanJapan1569.60
2ÖsterreichÖsterreich1560.00
3NorwegenNorwegen1483.70
4DeutschlandDeutschland1406.80
5FinnlandFinnland1291.30

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