Beim 30:28-Sieg der der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen bei der Handball-EM drehte Andreas Wolff so richtig auf. In Skandinavien verneigt man sich vor dem DHB-Torwart.
"Ich bin völlig leer, die Luft ist raus. Dieses Gefühl, eines unserer besten Spiele bei der Europameisterschaft abgeliefert zu haben, ist frustrierend", sagte Norwegens Rückraumspieler Tobias Grøndahl bei "Dagbladet" und ergänzte: "Wir waren Deutschland teilweise haushoch überlegen, aber sie haben den besten Torwart der Welt."
Auch Superstar Sander Sagosen adelte den Keeper des THW Kiel: "Es ist frustrierend, aber Wolff spielt unglaublich gut. Manchmal muss man einfach den Hut vor einer fantastischen Torwartleistung ziehen."
Youngster Patrick Helland Anderson betonte: "Es ist nicht einfach. Wir wissen, dass er einer der besten der Welt ist. Es ist eine Kombination aus seiner fantastischen Klasse und der Tatsache, dass wir es ihm zu leicht machen. Das ist frustrierend."
Auch die TV-Experten überschlugen sich mit Lobeshymnen auf Wolff.
"Er ist eine Ein-Mann-Armee", sagte der dänische TV-Experte Kasper Hvidt. "Das ist absolut beispiellos. Man darf nicht vergessen, dass es sich nicht nur um schlechte norwegische Würfe handelt. Wolff hat das schon oft gemacht", merkte Kristian Kjelling bei "TV3" an.
Der norwegische Handball-Experte Daniel Høglund meinte sogar: "Wahnsinn! Der Mann ist 34 Jahre alt, aber weich wie eine Katze. Er ist ein Monster, der große Wolf, der uns alle aufgefressen hat."
Wolff wird bei Sieg gegen Norwegen zum Helden
Die angereisten Fans feierten ihren Handball-Helden auch noch Minuten nach Abpfiff mit lauten Sprechchören. Seine Mitspieler überboten sich in Superlativen, als sie die Leistung von Andreas Wolff beschrieben.
Von "phänomenal" über "Weltklasse" bis hin zu "der beste Torhüter der Welt" war alles zu hören. Rückraumspieler Marko Grgic brachte die 22 Paraden nach dem 30:28-Sieg über Norwegen schließlich unmissverständlich auf den Punkt: "Er hat uns einfach mal wieder den Arsch gerettet".
Am Ende stand eine Quote von 44 Prozent abgewehrter Bälle. Mal streckte Wolff das Bein fast im 180-Grad-Winkel nach oben, ein anderes Mal lenkte er die Harzkugel mit den Fingerspitzen am Tor vorbei. "Ich habe noch nie eine bessere Torwart-Leistung gesehen. Nicht von dieser Welt", schwärmte Abwehrmann Tom Kiesler. Und Bundestrainer Alfred Gislason scherzte: "Wenn er gesund bleibt, dann kann er auch bis 50 spielen".
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Wolff kritisiert Teamkollegen: "Fehlende Cleverness"
Nur bei Deutschlands Erfolgsgaranten selbst wollte keine große Euphorie aufkommen. Denn noch hält Deutschland die erste EM-Medaille seit 2016 nicht in der Hand. Und Wolff weiß, dass am Montag (20:30 Uhr/ARD/Dyn) die schwerste Aufgabe im Welthandball wartet. Er allein kann sein Team nicht zum ersten Pflichtspiel-Sieg gegen die dänischen Überflieger seit zehn Jahren führen.
"Man hat gesehen, dass die eine oder andere Szene mich nicht begeistert hat. Das Thema Abpraller zieht sich schon durch das gesamte Turnier. Und hier und da fehlende Cleverness – vorn wie hinten", kritisierte Wolff seine Teamkollegen und forderte: "Da müssen wir vor allem im Angriff eine Schippe drauflegen, weil die Dänen werden solche Fehler nicht ungestraft lassen."







