Domen Prevc ist nun auch Weltmeister im Skifliegen. Die DSV-Springer sind so schwach wie seit 16 Jahren nicht mehr.
Domen Prevc jubelte über den nächsten Titel seiner Traumsaison, die DSV-Adler mussten das schwächste Ergebnis seit 16 Jahren verdauen: Beim nie gefährdeten Sieg des überragenden Slowenen hat das deutsche Team eine enttäuschende Skiflug-WM im heimischen Oberstdorf erlebt. Mehr als Rang 13 durch Philipp Raimund war im Einzelwettbewerb nicht zu holen, nun liegen die Hoffnungen auf dem Teamwettkampf am Sonntag.
"Das ist schon sehr bitter. Mit dem Ergebnis bin ich absolut nicht zufrieden, das ist klar", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der "ARD": "Heute waren ein paar Sachen besser, aber wir haben noch große Reserven im Flug. Morgen werden wir versuchen, es besser zu machen."
Erneut in einer eigenen Liga flog derweil Prevc. Der 26-Jährige feierte nur 18 Tage nach seinem Triumph bei der Vierschanzentournee vor Marius Lindvik aus Norwegen und dem Japaner Ren Nikaido den nächsten großen Sieg. Mit 905,4 Punkten lag der "Domenator" umgerechnet fast 50 Meter vor Ex-Weltmeister Lindvik (845,9).
Schlechteste Skiflug-WM für DSV-Adler seit 2010
Prevc ließ sich die am Freitag eroberte Führung nicht mehr nehmen, am Samstag flog er auf 232,0 und 222,5 m. Damit ist er der erste Flug-Weltmeister aus Slowenien seit seinem Bruder Peter im Jahr 2016. Auch dieser hatte damals nach der Tournee bei der Flug-WM triumphiert und den Gesamtweltcup gewonnen - diesen führt Domen mit großen Vorsprung an.
Der jüngste Prevc-Bruder kann zudem im kommenden Monat auch Olympia-Gold holen, Weltmeister ist er bereits. Einziger Skispringer der Geschichte, der die fünf wichtigsten Einzeltitel (WM, Olympia, Tournee, Gesamtweltcup und Flug-WM) in seiner Karriere geholt hat, ist bislang der 2019 verstorbene Finne Matti Nykänen.
Das DSV-Team erlebte vor 18.000 Fans die schlechteste WM seit 2010, damals war Michael Uhrmann als bester Deutscher nur auf Rang 19 gelandet. Hinter Raimund war Ex-Weltmeister Karl Geiger, nach dem ersten Tag noch Elfter, als 17. zweitbester Deutscher. Der Tournee-Sechste Felix Hoffmann folgte auf dem 22. Platz, Routinier Pius Paschke belegte Position 25.
Zum Abschluss der WM folgt am Sonntag (16.15/ZDF und Eurosport) die Entscheidung im Teamwettkampf. Bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften hatte Deutschland immer eine Medaille gewonnen. "Morgen wollen wir zusammen angreifen", sagte Raimund.