Obwohl sein Lieblingsgegner über weite Strecken sein bestes Tennis auf den Court zauberte, erreichte Alexander Zverev am Freitag souverän das Achtelfinale bei den Australian Open 2026. Kurios: Nach dem 7:5, 4:6, 6:3 und 6:1 gegen Cameron Norrie urteilten Tennis-Ikone Boris Becker und Zverev selbst völlig unterschiedlich über einen wichtigen Aspekt im Spiel des Hamburgers.
"Ich habe von der Grundlinie aggressiv gespielt. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht gut aufgeschlagen habe und deshalb vielleicht ein bisschen mehr von der Grundlinie spielen musste als sonst. Das habe ich recht gut gelöst", ordnete Zverev sein Spiel gegenüber "Eurosport" ein, nachdem er auch im insgesamt siebten Vergleich mit Norrie die Oberhand behalten hatte.
Einen Zverev, der "nicht gut aufgeschlagen" hat, wollte Experte Boris Becker hingegen so gar nicht gesehen haben.
"Der Aufschlag war eine Bank. So habe ich ihn schon lange nicht mehr aufschlagen sehen. Wenn man weiß, dass man sich auf seinen zweiten Aufschlag verlassen kann, ist man auch beim ersten entspannter", so der sechsmalige Grand-Slam-Sieger, der 1991 und 1996 in Melbourne triumphierte.
Ein Blick auf die Statistiken untermauert eher Beckers Eindruck: Zverev schlug 16 Asse und leistete sich nur einen einzigen Doppelfehler, ein Umstand, der vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Vor allem mit dem zweiten Service strahlte Zverev gegen Norrie daher auch enorme Selbstsicherheit auf.
Daran hat Zverev in den letzten sechs Monaten am meisten gearbeitet
Im Durchschnitt brachte er den Zweiten mit 167 km/h. Zum Vergleich: Norrie kam mit dem ersten Aufschlag durchschnittlich auf 179 km/h. Obwohl er selbst teils herausragend returnierte, konnte Norrie den Deutschen so nur zweimal breaken.
>> die Statistiken zum Zverev-Sieg
Neben einer starken Spieleröffnung brillierte Zverev auch mit der Vorhand, was er nach der Partie mit harter Arbeit begründete. "Die Vorhand war der Hauptschlag, an dem wir in den letzten sechs Monaten vermutlich am meisten gearbeitet haben. Da war ich letztes Jahr sehr hinter den anderen Topspielern her. Wichtig ist, dass ich aus meinem Tempo heraus spielen kann und über die Punkte, die ich dominieren kann, auch dominant bleibe", führte Zverev aus.
Dass sich Zverev und Becker uneins sind, war zuletzt nicht selten der Fall. Im November erklärte die Nummer drei der Welt sogar, er habe "keine Lust" mehr auf die Kommentare seines ehemaligen Förderers.






