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Nach dem Tod von Sivert Bakken

Emotionale Rückkehr für Norwegens Biathleten

Die norwegischen Biathleten kehren an den Ort des Todes von Sivert Guttorm Bakken zurück
Die norwegischen Biathleten kehren an den Ort des Todes von Sivert Guttorm Bakken zurück
Foto: © IMAGO/christian heilwagen
22. Januar 2026, 13:43
sport.de
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Knapp einen Monat nach dem Tod von Sivert Guttorm Bakken ist Norwegens Biathlon-Nationalmannschaft an den Ort zurückgekehrt, an dem der 27-Jährige am 23. Dezember leblos aufgefunden wurde. Im italienischen Lavazè bereitet sich das Team auf die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina vor – im selben Hotel, in dem Bakken verstarb. Die Rückkehr fällt vielen schwer.

Johannes Dale-Skjevdal spricht im Gespräch mit dem TV-Sender "TV2" von einer Mischung aus Schmerz und Nähe. Es sei "vieles auf einmal – besonders, seltsam und schön". Auch Vetle Sjåstad Christiansen empfindet es als bewegend, wieder an diesem Ort zu sein. "Wir werden immer an Sivert denken, jeden einzelnen Tag, an dem wir hier sind", sagt er, "auf eine sehr, sehr gute Weise".

Um das Team emotional zu unterstützen, begleitet ein Psychologe des norwegischen Olympiaprogramms das Trainingslager. Einige Sportler hatten den Wunsch geäußert, das Zimmer zu sehen, in dem Bakken starb. Derzeit ist es nicht verfügbar. "Ich denke, es wird wichtig für uns sein, uns der Situation zu stellen", so Dale-Skjevdal, "aber das sollte zu einem späteren Zeitpunkt geschehen".

Sturla Holm Lægreid gibt tiefe Einblicke in sein Seelenleben

Für Sturla Holm Lægreid war der erste Tag besonders schwer. Er habe sich zunächst zurückgezogen und bewusst den Aufzug genommen, um dem Zimmer seines verstorbenen Teamkollegen nicht zu begegnen. "Ich musste mich mir selbst stellen", erzählt er, "also bin ich die Treppe gegangen – das war ein erster Schritt in dem Prozess!"

Anfangs habe sich die Rückkehr falsch angefühlt, "aber je mehr man darüber nachdachte, desto richtiger wurde es". Schließlich sei Lavazè ein Ort, an dem das Team viele gemeinsame Erinnerungen habe – und den auch Sivert sehr geschätzt habe. "Ich denke, er hätte gewollt, dass wir hierher kommen und ihn ehren."

Das norwegische Team plant, eine Gedenktafel auf einem der umliegenden Berge anzubringen – ein Ort, der Bakken besonders viel bedeutete. "Wir sprechen davon, eine Plakette dort oben zu montieren, damit wir Sivert besuchen können, wenn wir wieder hier sind", sagt Lægreid. "Ich glaube, das bedeutet uns allen viel – ihn dort oben zu wissen, wo er sich am wohlsten fühlte."

Bis zum Start der Olympischen Spiele bleibt Norwegens Team in Lavazè. Auch wenn Bakken fehlt, ist er in Gedanken bei ihnen. "Ich möchte gerne glauben, dass Sivert bei uns ist – und auf uns aufpasst", so Lægreid.

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