Die New England Patriots haben durch einen 10:7 im Schneegestöber von Denver über die Broncos Super Bowl LX erreicht. In einer Abwehrschlacht war es am Ende Drake Maye, der für die Entscheidung sorgte.
Patriots @ Broncos: Auf einen Blick
- Die Patriots stehen zum zwölften Mal in ihrer Geschichte im Super Bowl. Es ist der Ausbau ihres eigenen Rekords.
- Drake Maye war zwar durch die Luft selten gefährlich, setzte den Broncos aber immer wieder auf dem Boden zu.
- Durch das Schneegestöber waren Offense und das Kicking Game in der zweiten Halbzeit kaum noch möglich.
Patriots @ Broncos: Die Analyse
Die erste Hälfte lässt sich schnell auf zwei Big Plays herunterbrechen: Das erste hatten die Broncos in ihrem zweiten Drive, als Quarterback Jarrett Stidham einen 52-Yard-Pass auf Marvin Mims feuerte und sich Cornerback Christian Gonzalez dabei in Cover 4 und Off-Coverage schlicht überlaufen ließ. Es folgte ein Sechs-Yard-Touchdown-Pass nach Play Action von Stidham auf Courtland Sutton zur frühen Führung der Hausherren.
In der Folge hatte New England riesige Probleme mit der Pass Protection, weil vor allem die linke Seite mit den Rookies Will Campbell (LT) und Jared Wilson (LG) gegen Edge Rusher Nik Bonitto und Lineman Zach Allen überfordert war. Und so brauchte es schon ein Big Play der Patriots-Defense, um die Gäste ins Spiel zurückzubringen. Tief in der eigenen Hälfte stand Stidham schließlich unter Druck und warf einen Rückwärtspass, den Defensive Lineman Elijah Ponder aufnahm und in die Endzone trug. Da die Schiedsrichter jedoch fälschlicherweise zunächst auf unvollständigen Pass und damit Intentional Grounding entschieden und abgepfiffen hatten, zählte der Touchdown nicht. Den besorgte dann jedoch Drake Maye selbst mit einem 6-Yard-Touchdown-Run zum Ausgleich.
Davor allerdings hatte New England auch schon viel Glück, denn Payton ließ einen vierten Versuch (&1) an der 14 der Patriots ausspielen, anstatt ein sicheres Field Goal zu nehmen. Das ging schief und die Broncos ließen diese Chance auf weitere Punkte verstreichen.
Bis zur Pause verschossen beide Kicker noch Field-Goal-Versuche – Broncos-Kicker Wil Lutz aus 54 Yards und Andy Borregales aus 63. Halbzeitstand: 7:7.
Patriots-Defense dominiert nach der Pause
Nach dem Break legten die Patriots ihren besten Drive hin. Über 16 Spielzüge ging es hauptsächlich am Boden mit Rhamondre Stevenson voran, hinzu kamen ein paar seltene gute Pässe von Maye. Am Ende blieb aber nur ein 23-Yard-Field-Goal, weil ein Direct Snap zu Stevenson tief in der Red Zone schiefging. 10:7 New England.
In der Folge hielt die Patriots-Defense und zwang die Broncos zu einem Punt nach dem anderen, doch Jeremy Crawshaw machte das Beste daraus mit zahlreichen Punts innerhalb der 20-Yard-Linie. Auch New England bekam bei immer heftiger werdendem Schneefall im Verlauf der zweiten Hälfte nicht mehr viel zusammen. Borregales vergab noch einen Field-Goal-Versuch aus 46 Yards bei noch halbwegs machbaren Bedingungen. Doch das größere Problem für die Gäste war, dass Punter Bryce Baringer ebenfalls einen richtig schlechten Tag erwischte.
Ob bei ordentlichen Bedingungen oder im größten Blizzard – seine Punts waren allesamt schlecht und gaben Denver immer wieder gute Feldposition. Mitte des vierten Viertels waren die Broncos dann sogar direkt in Field-Goal-Reichweite. Doch Leonard Taylor blockte den 46-Yard-Field-Goal-Versuch von Lutz, und es blieb beim 10:7. Nach einem weiteren Patriots-Punt bekamen die Broncos den Ball mit etwas mehr als drei Minuten zu spielen noch einmal an der eigenen 33 zurück.
Doch anstatt noch einmal zum Comeback anzusetzen, warf Stidham vielmehr einen zu kurz geratenen Shot erneut auf Mims; doch diesmal passte Gonzalez in Zone besser auf und schnappte sich die Interception. Im Anschluss brauchten die Patriots noch ein 1st Down, und Maye besorgte dieses per Bootleg bei 3rd Down. Game over!
Die Patriots stehen damit erstmals seit der Saison 2018 und damit zum zwölften Mal insgesamt im Super Bowl. Das ist der Ausbau des eigenen Rekords.
New England Patriots (14-3, #2) @ Denver Broncos (14-3, #1)
Ergebnis: 10:7 (0:7, 7:0, 3:0, 0:0) BOXSCORE
Patriots @ Broncos: Die wichtigsten Statistiken
- Die 72 Total Yards der Patriots in der ersten Hälfte waren ihre wenigstens seit den 77, die sie in den Playoffs der Saison 2009 gegen die Ravens (14:33) in der Wild Card Round erzielt haben.
- Maye hat in diesen Playoffs nun 15 Sacks kassiert (5 in diesem Spiel). Nur Joe Burrow hat in den Playoffs 2021 mehr Sacks seit 1970 eingesteckt (19).
- Maye ist nun auch der erste Quarterback der Playoff-Geschichte, der in drei Spielen jeweils mindestens fünf Sacks kassiert hat.
Der Star des Spiels: Milton Williams (Defensive Tackle, Patriots)
Es war eine Defensivschlacht und Milton Williams war mit sechs Pressures insgesamt der effektivste Pass Rusher seines Teams. Und die Defensive Front dominierte dieses Spiel über weite Strecken gegen einen erwartungsgemäß limitierten Quarterback. Das war der Schlüssel. Zudem stark war Scrambler Drake Maye, der mit 65 Yards und einem Touchdown der entscheidende Mann in der Offense war.
Der Flop des Spiels: Jarrett Stidham (Quarterback, Broncos)
Zugegeben, er hätte über sich hinauswachsen müssen, was er nicht getan hat gegen diese Defense. Aber seine zwei Interceptions waren einfach schlecht und spielentscheidend.
Analyse: Patriots @ Broncos - das fiel taktisch auf
- Die Broncos setzten hauptsächlich auf Zone Coverage, spielten aber auch verhältnismäßig oft in Base Defense, was gegen das Run Game der Patriots in early Downs half.
- New England streute relativ oft Man Coverage ein, spielte aber auch hauptsächlich Zone und dann auffallend häufig in Off-Coverage, was Stidham gerade früh mit Pässen in die Flats ausnutzte.
- Die Patriots setzten ihren Trend der vergangenen Wochen fort und blitzten häufig, unabhängig vom Down, und hatten damit auch Erfolg. Die Broncos hingegen nutzten Extra-Rusher wie üblich eher dosiert, brachten diese aber gerne bei 3rd & Long.
- Die Patriots präsentierten bei einem kritischen 4th Down zu Beginn der zweiten Hälfte eine neue Jumbo-Formation mit Maye under Center und den Defensive Tackles Tonga und Williams als Quasi-Fullbacks für einen QB-Sneak.






