Bundesliga-Aufsteiger Hamburger SV hat im vergangenen Sommer mit der Verpflichtung von RB Leipzigs Identifikationsfigur Yussuf Poulsen Aufsehen erregt. Ausgezahlt hat sich der Transfer für den HSV bislang aber nicht. TV-Experte Dietmar Hamann war ohnehin skeptisch.
"Den Poulsen-Transfer habe ich im Sommer nicht verstanden", sagte "Sky"-Experte Dietmar Hamann der "Bild": "Er hatte länger in Leipzig nicht gespielt. Ein Torjäger war er zudem nie."
Noch hat der 31 Jahre alte Stürmer keinen bleibenden Eindruck beim HSV hinterlassen. Der 87-malige dänische Nationalspieler (14 Tore) kommt gerade einmal auf 209 Bundesliga-Minuten seit seinem Wechsel zu den Rothosen. In acht Kurzeinsätzen, nur einmal stand er in der Startelf, reichte es bislang zu einem Tor.
Hamann führte aus: "Das ist so bei den Stürmern, die über 30 sind. Wenn sie einen halben Meter verlieren, wird es noch schwieriger. Deshalb bin ich gespannt, wie es weitergeht." Der langjährige Leipziger hat in dieser Saison bereits mehrfach wegen Blessuren gefehlt, zuletzt fiel er wegen einer Sprunggelenksverletzung aus.
Ohnehin ist die Offensive eines der großen Probleme beim HSV. "Der HSV hat nur 17-mal getroffen. Die Mittelstürmer jeweils nur einmal. Mir fehlt bei den Gästen die Fantasie, wer ein Tor machen sollte", so Hamann mit Blick auf das Derby am kommenden Freitag (20:30 Uhr) beim FC St. Pauli.
Der Ex-Nationalspieler rät Cheftrainer Merlin Polzin zudem, nun mehr auf Mittelstürmer Robert Glatzel zu setzen. Auch der 32-Jährige verpasste in 2025/26 bereits mehrere Spiele verletzungsbedingt, zuletzt beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach gab er nach Einwechslung sein Comeback.
Hamann erwartet Stürmer-Diskussion beim HSV
"Ich würde mir wünschen, wenn du schon mal so einen Abschlussstürmer wie Glatzel hast, ihn auch aufzustellen", forderte Hamann: "So ein Angreifer muss auch die Freiheiten bekommen, mal stehenzubleiben. Die Kraft sollte er sich bewahren für die zwei, drei Situationen, in denen er das Tor erzielen kann. Das sollte man ihm zugestehen. Er gibt den Hamburgern etwas, was sie nicht haben."
Gewinnt der Hamburger SV im Stadtderby, werde "es keine Diskussionen geben", prophezeit der TV-Experte: "Aber solltest du verlieren, würde die ganze Diskussion über die Sturmproblematik beim HSV ein anderes Gewicht bekommen."
Vollkommen überzeugt zeigt sich der einstige Mittelfeldspieler unterdessen von Leihspieler Luka Vuskovic.
"Es ist erstaunlich, dass er erst 18 ist", so Hamann: "Ich glaube, dass der HSV im Moment der perfekte Verein für ihn ist. Die Fans lieben ihn, er scheint den Verein zu lieben. Er hat wahnsinnige Anlagen, ist torgefährlich. Das ist beeindruckend." Einen Verbleib über das Ende der derzeitigen Leihe hält er "nicht für ausgeschlossen", fügte der 52-Jährige hinzu: "Ich hoffe, dass er dem HSV über den kommenden Sommer erhalten bleibt."





























