Der Vorhang ist gefallen, der Lack glänzt: Audi hat die Formel-1-Bühne jetzt auch offiziell betreten und trifft den Geschmack von Nico Hülkenberg. Im Interview mit RTL/ntv und sport.de äußert sich Hülkenberg über seinen neuen Renner und sagt, warum die Saison 2026 auch für einen Routinier wie ihn ganz besonders wird. Der Audi-Boss rollt derweil den Plan der vier Ringe aus - und schwärmt von seinen Piloten.
"Schnittig, griffig - ist ein richtiges Brett", sagte Nico Hülkenberg im Interview mit RTL/ntv und sport.de mit glänzenden Augen, nachdem Audi in Berlin die Hüllen hatte fallen lassen. Mit dem R26 greift die Marke mit den vier Ringen erstmals in seiner Geschichte in der Formel 1 an.
Die Optik passt, was das Auto mit der hauseigenen Power Unit auf der Strecke reißen kann, weiß Hülkenberg indes nicht. Er habe "leider" noch keinerlei Gespür, räumte der 38-Jährige im Gespräch mit Florian König ein. "Das ist aktuell das große Thema bei allen Teams. Keiner weiß, wo er steht und woran er ist."
Laut Hülkenberg wird sich das so schnell auch nicht ändern. Die ersten Tests in Barcelona Ende Januar seien "ein erstes Abtasten, ein Schnuppern, Gefühl kriegen", sagte er. "Aber die Lernkurve wird die ersten Wochen und Monate so extrem sein, wie sich die Dinge verändern. Es wird sehr spannend und dynamisch", prophezeite der einzige deutsche Fahrer im Feld.
Hülkenberg erwartet "Riesenaufgabe" mit Audi
2026 gilt in der Formel 1 ein neues Reglement, vor allem bei den Motoren geht es für die Rennställe zurück auf Los. Die Hälfte des Antriebs wird künftig elektrisch gewonnen, den Rest erledigt ein Verbrenner. Neuland für Audi, aber auch die arrivierten Hersteller wie Mercedes und Ferrari.
"Am Anfang wird es sich sicher neu, fremd und anders anfühlen", so Hülkenberg. Erst im Laufe der Saison werde es "mehr und mehr so sein wie es mal war. Aber alles kennenzulernen - das wird am Anfang eine Riesenaufgabe."
Ziel sei es "die Endplatzierung in der Formel-1-Welteisterschaft zu verbessern", sagte der 250-malige Grand-Prix-Starter. In der Vorsaison hatte das Team unter Sauber-Flagge den neunten Platz in der Konstrukteurs-Wertung erzielt. Hülkenberg belegte in der Fahrer-WM einen respektablen elften Platz, holte in Silverstone zudem das erste Podest seiner Karriere.
Zunächst gehe es für Audi in erster Linie aber darum,, "konkurrenzfähig zu sein, sich zu etablieren" und ein "ernstzunehmender Kandidat zu sein, der um Punkte kämpfen kann", sagte Hülkenberg.
Formel 1: Audi-Boss schwärmt von "Traum-Kombination"
Das sieht auch Audi-Boss Gernot Döllner so. "Wir haben einen klaren Plan, der fünf Jahre absteckt. Die ersten zwei Jahre wollen wir Herausforderer sein, dann zwei Jahre Wettbewerber - da wollen wir schon mal ein bisschen vorne mitfahren. Und in der fünften Saison haben wir uns vorgenommen, um die Meisterschaft mitzufahren", sagte der CEO des Unternehmens bei RTL/ntv und sport.de.
In Sachen Fahrer sieht Döllner seinen Stall bestens aufgestellt. Mit Blick auf Routinier Nico Hülkenberg und Youngster Gabriel Bortoleto "würde ich sogar von einer Traum-Fahrerkombination sprechen", schwärmte er von seinem Duo.
"Mit Nico Hülkenberg haben wir einen ganz erfahrenen Fahrer mit über 240 Renneinsätzen. Und Gabriel Bortoleto ist ein junger Mann, der schnell ist. Das Tolle ist: die beiden arbeiten unglaublich gut zusammen und es ist eine Freude, wie sie sich ins Team integrieren."


