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Patriots vs. Broncos

Denver kein gutes Pflaster für den GOAT

Tom Brady und Peyton Manning haben einige große Schlachten geschlagen
Tom Brady und Peyton Manning haben einige große Schlachten geschlagen
Foto: © IMAGO/Kevin Jairaj
22. Januar 2026, 10:32

Die Denver Broncos empfangen die New England Patriots im AFC Championship Game der NFL am kommenden Sonntag. Und auch wenn die Aktualität genügend Gesprächsstoff liefert, weckt diese Partie Erinnerungen an denkwürdige Duelle der vergangenen zwei Jahrzehnte. Ein Blick zurück.

Wenn die Denver Broncos am kommenden Sonntag im Mile High Stadium auf die New England Patriots treffen (ab 20:55 Uhr live bei RTL), dann werden vor allem Backup-Quarterback Jarrett Stidham und MVP-Anwärter Drake Maye im Mittelpunkt stehen - und ihre jeweiligen zuletzt bärenstarken Defenses. Doch hinter dieser Paarung steckt so viel mehr. Es ist bereits das fünfte Playoff-Duell zwischen beiden Franchises und das vierte seit 2005. 

Erstmals treten die Patriots dabei ohne ihren legendären Quarterback Tom Brady an, für den die Trips nach Denver stets eine Reise zum Vergessen war. Und das ging schon 2005 los. Überhaupt hat New England nur eines der bisherigen vier Playoff-Duelle gegen die Broncos gewonnen.

Wir blicken zurück auf die fünf bedeutendsten Duelle dieser zwei Teams in diesem Jahrtausend, vier davon waren Playoff-Spiele. Wir gehen chronologisch vor.

Patriots @ Broncos 13:27 (14. Januar 2006)

Die Patriots hatten im Jahr zuvor ihren dritten Titel in vier Jahren gewonnen und sich damit offiziell als Dynasty etabliert. Und Tom Brady, der erst 2001 zum Starter wurde, hatte alle seiner ersten zehn Playoff-Spiele gewonnen. 2005 führte er die NFL erstmals in Receiving Yards an, musste aber trotz des Gewinns der AFC East erstmals in seiner Karriere in der Wild Card Round ran. Gegen die Jacksonville Jaguars gab es einen souveränen 28:3-Erfolg.

Die Broncos wiederum hatten 2005 erstmals seit 1998, dem letzten Jahr von Quarterback-Legende John Elway, wieder die AFC West gewonnen und zogen als Nummer-2-Seed mit einer Bye Week in die Playoffs ein. 

Das Spiel selbst war lange offen, doch Turnovers waren letztlich der entscheidende Faktor. Nachdem die Patriots rund vier Minuten vor der Pause durch ein Field Goal von Adam Vinatieri in Führung gegangen waren, nahmen die Dinge ihren Lauf. Zur Two-Minute Warning verlor Running Back Kevin Faulk einen Fumble in der eigenen Hälfte. Direkt im nächsten Play versuchte Denvers Quarterback Jake Plummer einen Deep Ball, den Patriots-Cornerback Asante Samuel nur per Pass Interference stoppte. Der Ball ging an die 1-Yard-Linie und Running Back Mike Anderson sagte danke, Touchdown Broncos! 

Zu allem Überfluss verlor Ellis Hobbs beim folgenden Kickoff-Return noch einen Fumble, der den Broncos dank eines 50-Yard-Field-Goals durch Jason Elam eine 10:3-Pausenführung bescherte. New England verkürzte rund acht Minuten später mit einem weiteren Field Goal, doch Ende des dritten Viertels fiel schließlich die Vorentscheidung, die kontroverser nicht hätte sein können.

Brady führte sein Team bis an die 5-Yard-Linie. Dort jedoch warf er eine Interception zu Hall-of-Fame-Cornerback Champ Bailey, der dann auf und davon war. Er returnierte den Ball über 100 Yards und scheinbar bis in die Endzone. Doch kurz davor wurde er um heransprintenden Tight End Ben Watson getackelt und verlor einen Fumble. Laut Schiedsrichtern flog der Ball vor der Goal Line ins Aus. Patriots-Head-Coach sah das anders und warf die rote Flagge. Es folgte eine abstruse Sequenz, in der der TV-Experte versuchte, eine Linie zur virtuelle Linie zu ziehen, die zeigen sollte, dass der Ball tatsächlich über die Goal Line und dann ins Aus flog, was einen Touchback und Ballbesitz New England zur Folge gehabt hätte.

Doch letztlich befand Referee Jeff Triplette, dass die Bilder das nicht eindeutig belegten. Die finale Entscheidung trotz eigentlich doch recht klarer Bilder: Fumble an der 1, Ballbesitz Denver! Anderson war erneut zur Stelle, Touchdown Denver. 17:6! 

In der Folge verkürzten die Gäste zwar nochmal, doch letztlich war die erste Playoff-Niederlage von Brady besiegelt und der Versuch, einen historischen dritten Super Bowl in Serie zu gewinnen, beendet. 

Die Broncos jubelten jedoch nicht allzu lange, denn eine Woche später scheiterten sie im AFC Championship Game deutlich (17:34) am späteren Champion Pittsburgh Steelers.

Broncos @ Patriots 10:45 (14. Januar 2012)

Zugegeben, spannend war das nächste Playoff-Duell dieser zwei Teams auf den Tag genau sechs Jahre später keineswegs. Die Patriots hatten die Begegnung im Divisional Game bereits zur Pause in der Tasche. Nach drei Touchdown-Pässen auf Rob Gronkowski sowie je einen auf Wes Welker und Deion Branch von Brady führte New England zur Pause schon 35:7 und hatte alles im Griff. 

Bedeutend war diese Partie aber dennoch, denn sie öffnete Denver die Augen und sorgte letztlich für eine Franchise-verändernde Wende. Es war die Wunder-Saison von Quarterback Tim Tebow, der es in seinem ersten Jahr als Starter irgendwie immer wieder geschafft hatte, die Broncos zum Sieg zu führen. Mit einer 8-8-Saison gewannen sie die AFC West erstmals seit 2005 (!) und hatten dann im Wild Card Game die Steelers zu Gast. Es ging in die Verlängerung und Tebow warf dann diesen denkwürdigen Touchdown-Pass über die Mitte zu Demaryius Thomas zum Sieg, weil Pittsburgh beide Safetys blitzen ließ und damit die Mitte entblößte. Die Menge tobte und Tebow stand kurz vor der Heiligsprechung.

Belichick und seine Defense holten ihn dann jedoch auf den Boden der Tatsachen zurück. Tebow warf nur für 136 Yards (9/26) und kassierte fünf Sacks. Er verlor einen Fumble und wurde zudem bei nur 13 Rushing Yards gehalten. 

Für die Patriots, die es damals bis in den Super Bowl schafften und dort - erneut - den New York Giants unterlagen - war diese Saison der Anbeginn von acht AFC-Championship-Teilnahmen in Serie, bis heute Rekord in der NFL.

Und die Broncos zogen die Reißleine, beendeten das Tebow-Experiment und holten sich Quarterback-Legende Peyton Manning in der Free Agency.

Broncos @ Patriots 31:34 OT (24. November 2013)

Dieses Spiel war einfach der Wahnsinn, obwohl es nicht in den Playoffs war. Es war die zweite Saison von Manning bei den Broncos und es war sicherlich seine beste individuelle Saison in der NFL - vielleicht sogar die beste Offensivsaison in der NFL-Geschichte! Die grandiose Broncos-Offense brach Rekorde und Manning wurde letztlich zum fünften Mal MVP, nachdem er 5477 Yards und 55 Touchdowns (beides bis heute Rekorde) geworfen hatte. 

Und die Broncos legten auch gleich los wie die Feuerwehr und Edge Rusher Von Miller spielte die Hauptrolle. Er schnappte sich nach rund fünf Minuten einen Fumble von Running Back Steven Ridley und trug ihn über 60 Yards zum Touchdown. Anschließend schaffte er einen Strip-Sack gegen Brady und bereitete damit einen 2-Yard-Touchdown-Run von Knowshon Moreno vor. Zur Pause stand es schließlich 24:0, weil Manning noch einen 10-Yard-TD-Pass auf Tight End Jacob Tamme nachlegte. 

Damit schien die Messe eigentlich schon gelesen, doch Brady ist bekanntlich ein Comeback-König. Und er machte seinem Ruf an diesem Abend in Foxborough mal wieder alle Ehre. Direkt nach der Pause verkürzte er den Rückstand mit einem Touchdown-Pass auf Julian Edelman und nach einem Fumble von Running Back Montee Ball bekamen die Patriots den Ball an der Denver-32 zurück. sechs Spielzüge später lief Brandon Bolden zu einem 1-Yard-Touchdown. Und noch vor Ende des dritten Viertels fand Brady Gronk für den Touchdown zum 21:24 aus Patriots-Sicht.

Im vierten Viertel warf Manning eine Interception in der eigenen Hälfte und Brady drehte das Spiel mit einem weiteren TD-Pass auf Edelman - nach vier Touchdowns in Serie! 

Kicker Stephen Gostkowski erhöhte die Führung per Field Goal, doch Manning schlug nochmal zurück: 11-Yard-TD auf Thomas zum 31:31-Ausgleich mit 3:10 Minuten auf der Uhr. Es ging schließlich in die Overtime. Die Patriots gewannen den Coin Toss und Belichick entschied sich dazu, zu kicken, was nach der damaligen Overtime-Regel schockierte - damals galt noch Sudden Death, der erste Score gewinnt! 

Der Hintergedanke: es war sehr windig an dem Abend und Belichick wollte den Wind im Rücken haben. Am Ende sollte sich das auszahlen, wenn auch nicht wie geplant, denn es dauerte letztlich bis zwei Minuten vor Schluss, ehe Gostkowski aus 31 Yards zum Sieg kickte. 

Patriots @ Broncos 16:26 (19. Januar 2014)

Das allerdings sollte nur das Vorspiel sein, denn beide trafen sich ein weiteres Mal in der Saison 2013. Es war erst das vierte Duell zwischen Brady und Manning in einem AFC Championship Game. Brady führte mit 2-1, doch dieses Mal hatten die Mannen vom Sheriff die besseren Karten.

Erneut erwischten die Broncos den besseren Start und gingen durch Touchdowns von Tamme und Thomas sowie zwei Field Goals Mitte des dritten Viertels mit 20:3 in Führung. Die ersatzgeschwächten Patriots, die allen voran auf den verletzten Gronkowski verzichten mussten, waren der starken Defense der Broncos kaum gewachsen und taten sich merklich schwer, den Ball zu bewegen. Es gab zwar keinen Turnover im Spiel, dafür stoppte Denver New England aber bei einem vierten Versuch an der Denver-29 - Terrance Knighton gelang ein Sack bei 4th&3. 

Brady brachte sein Team zwar mit einem TD-Pass auf Edelman und einen Rushing Touchdown etwas später wieder näher heran, aber letztlich waren die Broncos, für die Matt Prater auch noch ein 54-Yard-Field-Goal versenkte, einfach zu gut. 

Allerdings war der Erfolg am Ende auch schon der Höhepunkt für diese historische Offense, denn zwei Wochen später kam man in eisigen New Jersey gegen die Seattle Seahawks und die Legion of Boom mit 8:43 gehörig unter die Räder.

Patriots @ Broncos 18:20 (24. Januar 2016)

Nach der Saison 2015 kam es schließlich zum allerletzten Treffen von Brady und Manning in der NFL, abermals war das AFC Championship Game der würdige Rahmen. Allerdings hatte das Spiel nicht mehr den Glanz der früheren Jahre. Brady kam mit einer angeschlagenen Offensive Line gespickt mit Rookies und einem dezimierten Receiving Corps nach Denver und die Broncos hatte einen Manning, der verletzungs- und altersbedingt kaum noch werfen konnte und in der Saison zeitweilig von Brock Osweiler auf die Bank verbannt wurde.

Die Broncos allerdings hatten eben auch eine monströse Defense, angeführt vom späteren Super Bowl MVP Von Miller. Die Broncos gingen Mitte des ersten Viertels durch einen 6-Yard-Touchdown-Pass von Manning auf Tight End Owen Daniels in Führung und am Ende des Viertels gelang New England der Ausgleich durch einen 1-Yard-Run von Steven Jackson. Zuvor hatte Manning einen Fumble verloren.

Im zweiten Viertel schnappte sich dann Miller einen Interception gegen Brady und brachte Denver tief in der gegnerischen Hälfte in Position für den zweiten TD-Pass von Manning auf Daniels. Ein 46-Yard-Field-Goal von Gostkowski, der zuvor den Extrapunkt vergeben hatte, verkürzte den Rückstand, doch Broncos-Kicker Brandon McManus traf noch vor der Pause aus 52 Yards zum 17:9 für die Broncos.

Gostkowski gelangen die einzigen Punkte im dritten Viertel, McManus konterte zehn Minuten vor Schluss und gab den Hausherren eine Acht-Punkte-Führung. Und während die Broncos anschließend offensiv nichts mehr auf die Reihe brachten, bissen sich die Patriots die Zähne an der Defense aus. Sechs Minuten vor Schluss wurden sie beim vierten Versuch an der Denver-16 gestoppt, 2:25 Minuten vor Schluss dann sogar an der 14. Doch wie immer mit Brady war das Spiel auch dann noch nicht vorbei.

Er bekam noch ein weiteres Mal den Ball und zwang sein Team nochmal in die Red Zone. Von der 4 fand er schließlich Gronkowski für einen Touchdown-Pass. Die anschließende Two-Point Conversion ging jedoch daneben. Auch, weil mehrere Verteidiger an Gronkowski in der Endzone hingen und die Schiedsrichter dies laufen ließen. 

Die Broncos zogen in Super Bowl 50 ein, Manning gewann das letzte Duell mit Brady und anschließend hatten die Broncos gegen die Carolina Panthers und MVP Cam Newton keine große Mühe, sodass der Sheriff mit seiner zweiten Lombardi Trophy in den Sonnenuntergang ritt.

Denver Broncos
Denver Broncos
Broncos
0
New England Patriots
New England Patriots
Patriots
0
21:00
So, 25.01.
Seattle Seahawks
Seattle Seahawks
Seahawks
0
Los Angeles Rams
Los Angeles Rams
Rams
0
00:30
Mo, 26.01.
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