Uninspiriert, behäbig und immer mindestens einen Schritt zu langsam: Aufgrund einer wahren ersten Horrorhalbzeit hat Borussia Dortmund im Rahmen der Ligaphase der Champions League am Dienstagabend eine große Chance auf die Qualifikation für die Playoffs leichtfertig verspielt. Der BVB, der zu allem Überfluss mehr als 60 Minuten in Unterzahl spielen musste, zeigte beim 0:2 gegen Tottenham Hotspur erst nach der Pause eine teils ansprechende Leistung, war in den ersten 45 Minuten allerdings völlig von der Rolle. Ein Ex-Star reagierte entsprechend deutlich.
"Die erste Halbzeit war leider beinahe ein Totalausfall", nahm Mats Hummels nach dem Schlusspfiff bei "Prime" kein Blatt vor den Mund. "Und ich glaube, ohne BVB-Vergangenheit würde ich das 'beinahe' weglassen", so der Weltmeister von 2014 weiter. "Die erste Halbzeit war nicht eines Champions-League-Spiels, bei dem es auch noch um etwas geht, würdig."
In London wirkte der BVB von Beginn an auffallend abwesend und kassierte schnell das 0:1 durch Cristian Romero, nach 24 Minuten sah Daniel Svensson eine harte, aber durchaus nachvollziehbare Rote Karte. Das 0:2 durch Domnic Solanke (36.) machte die schwarzgelbe Horrorshow in Durchgang eins endgültig perfekt.
In der Halbzeit reagierte Coach Niko Kovac auf den Platzverweis, brachte mit Emre Can und Julian Ryerson weiteres eher defensiv orientiertes Personal und verlieh dem BVB merklich Stabilität. Zu mehr als ein paar kleineren Chancen reichte es aber nicht mehr.
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BVB hat "verdient verloren"
"Die ersten fünf Minuten waren noch okay. Danach viele Standards zugelassen, schlecht verteidigt beim 0:1. Dann in den Trott gekommen, dass wir jeden Ball verloren haben. Mit der roten Karte war die erste Halbzeit einfach sehr bitter. Dann bekommst du noch das 2:0. Ich finde, in der zweiten Halbzeit haben wir noch ein ordentliches Spiel gemacht für einen Mann weniger", fasste BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck das Geschehen zusammen. Insgesamt habe man "verdient verloren".
Noch deutlicher wurde Kovac: "Mich ärgert eigentlich in erster Linie nicht nur das Ergebnis, sondern in allererster Linie die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind".
Die Borussen verlieren durch die Pleite gegen die Spurs, die zuletzt alles andere als glänzten und ohne zahlreiche Stars auskommen mussten, in der Tabelle die Top Acht und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale aus den Augen. Dortmund kann aber weiterhin die Playoffs aus eigener Kraft erreichen. Zum Abschluss der Ligaphase trifft der BVB am 28. Januar zu Hause auf Inter Mailand.













































