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"Am Ende leidet der Sport"

Scharfe Hannawald-Kritik: "Da könnte ich im Strahl kotzen"

Kritisiert erneut die Betrügerei im Skispringen: Sven Hannawald
Kritisiert erneut die Betrügerei im Skispringen: Sven Hannawald
Foto: © IMAGO/STAR-MEDIA
20. Januar 2026, 14:48
sport.de
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Der frühere Vierschanzentournee-Sieger Sven Hannawald hat erneut scharfe Kritik an den verbliebenen Betrügern im Skispringen geübt.

"Am Ende leidet der Sport, den ich geliebt habe. Und ich hasse es, wenn es dann darum geht, das sei alles Beschiss, das sei Doping, das sei wie im Radsport. Da könnte ich im Strahl kotzen", polterte der 51-Jährige in der Talk-Sendung "Riverboat" des "MDR".

"Du musst strikt sein. Jeder Millimeter zählt, auch wenn es um Stoff geht. Schmeiß sie raus!", appellierte Hannawald an die Kontrolleure des Ski-Weltverbands FIS.

Grundsätzlich werden Hannawald zufolge aber jetzt die richtigen Maßnahmen im Skispringen ergriffen. "Es gibt noch zwei, drei ganz Schlaue, die meinen, den Kasper spielen zu können. Aber die haben sie jetzt auch rausgeschmissen, Timi Zajc ist ein aktuelles Beispiel. Der hat zwei Wettbewerbe bei der Tournee gar nicht gesehen. Es gibt endlich einen Kontrolleur, der durchzieht, auch wenn gewisse Dinge weiter schwierig sind."

Fahrt aufgenommen hat die Betrugs-Debatte im Skispringen spätestens seit den Anzug-Manipulationen der Norweger bei der Ski-WM 2025. Aber: Bei der Messung des wichtigen Schrittmaßes werde schon "seit zehn Jahren" manipuliert, betonte Hannawald, "mit Plastik in der Unterhose beispielsweise. Das war das Problem, dass es Möglichkeiten gab, das Schrittmaß zu verändern".

Skispringen: Hannawald bemerkt Auffälligkeiten frühzeitig

Ihm seien im vergangenen Weltcup-Winter bereits Auffälligkeiten bei norwegischen Springern aufgefallen, bevor diese bei der WM dann erwischt wurden. "Ich hatte bereits so einen Hals und habe intern alle genervt", schilderte Hannawald.

Hinter den Kulissen hätte ihm der ein oder andere Trainer damals bereits Recht gegeben. "Die haben gesagt: 'Es ist offensichtlich, dass da etwas ist, aber wir wissen es nicht genau.'", erzählte Hannawald.

Die Regularien seien bereits da gewesen, aber nicht akribisch genug umgesetzt worden. "Die Anzüge jetzt sind die gleichen wir vor zwei Jahren. Damals hat man aber noch eine lange Leine gelassen. Ich weiß nicht, warum, aber es war so", sagte Hannawald.

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